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Das Schweizer Nationalrat stimmt für strengere Asyl- und Abschieberegeln

Sept. 17, 2026
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Das Schweizer Nationalrat stimmt für strengere Asyl- und Abschieberegeln
In einer außerordentlichen Sitzung am 17. September 2026 hat der Schweizer Nationalrat (Unterhaus) ein Paket von neun Vorstößen verabschiedet, die das Asylrecht verschärfen und dem Staat erweiterte Befugnisse zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft sowie zur Ausweisung von Doppelbürgern mit Straftaten einräumen sollen. Die Debatte – auf Antrag der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) – fand vor dem Hintergrund eines Anstiegs der Asylgesuche um 19 % im Jahresvergleich und wachsendem Druck auf kantonale Aufnahmezentren statt.

Der umstrittenste Vorstoß fordert den Bundesrat auf, die Schweizer Staatsbürgerschaft von Doppelbürgern, die wegen schwerster Straftaten verurteilt wurden, zu entziehen und sie nach Verbüßung der Strafe auszuweisen. Während das geltende Recht bereits eine Aberkennung erlaubt, wenn „die Interessen oder der Ruf der Schweiz schwerwiegend geschädigt werden“, argumentieren Befürworter, dass die Hürden zu hoch und die Verfahren zu langwierig seien. Gegner aus den Reihen der Sozialdemokraten und Grünen warnen, dass dadurch zwei Klassen von Staatsbürgerschaften geschaffen werden könnten, was gegen internationale Verpflichtungen der Schweiz verstoßen und Personen staatenlos machen könnte, falls das zweite Land die Rücknahme verweigert.

Das Schweizer Nationalrat stimmt für strengere Asyl- und Abschieberegeln


Ein weiterer Vorstoß verlangt gezielte Sanktionen – etwa Kürzungen der Entwicklungshilfe oder Einschränkungen bei der Visaerteilung – gegen Herkunftsländer, die sich weigern, abgelehnte Asylbewerber zurückzunehmen. Zudem fordern die Parlamentarier, die automatische Gewährung von vollem Asylstatus für afghanische Frauen abzuschaffen und stattdessen eine vorläufige Aufnahme einzuführen, die leichter widerrufen werden kann, falls sich die Lage verbessert.

Wirtschaftsverbände, die die Debatte verfolgen, betonen, dass die Schweiz auf ausländische Fachkräfte angewiesen ist und ein Gleichgewicht zwischen Sicherheitsbedenken und ihrem Ruf als humanitäres Land finden muss. Strengere Ausweisungsregeln könnten hochqualifizierte Doppelbürger abschrecken, während härtere Maßnahmen gegen nicht kooperative Staaten diplomatische Spannungen verschärfen und Geschäftsreisen erschweren könnten. Multinationale Unternehmen mit globalen Mobilitätsprogrammen sollten den parlamentarischen Prozess genau beobachten: Der Ständerat (Oberhaus) wird die Vorstöße noch in diesem Jahr prüfen, und mögliche Gesetzesänderungen werden voraussichtlich neue Compliance-Anforderungen für Personal- und Einwanderungsteams mit sich bringen.

Für Arbeitgeber lautet die unmittelbare Botschaft: Die politische Dynamik bewegt sich eindeutig in Richtung eines restriktiveren Asylsystems. Unternehmen sollten ihre internen Risikoanalysen für Mitarbeitende mit humanitären Visa überprüfen und sich auf mögliche Änderungen bei Familiennachzug, Aufenthaltsbewilligungen und Aberkennungskriterien vorbereiten, sobald der Gesetzgebungsprozess abgeschlossen ist.
Quelle: SWI swissinfo.ch

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