
Um rund 1.500 Diplomaten und Journalisten, die beim OSZE-Ministerrat am 3. und 4. Dezember 2026 erwartet werden, zu schützen, hat der Bundesrat den Einsatz von bis zu 2.000 Schweizer Soldaten sowie eine fünf Tage dauernde Flugbeschränkungszone über Lugano genehmigt. Die Entscheidung vom 18. September folgt auf ein Gesuch des Kantons Tessin um Unterstützung durch den Bund. Die temporäre „No-Fly“-Zone – gültig vom 30. November, 07:00 Uhr, bis zum 4. Dezember, 23:59 Uhr – erstreckt sich über einen Radius von 46 Kilometern um Lugano und betrifft Sichtflugverkehr (VFR), nicht-kommerzielle Instrumentenflüge sowie alle Drohnen. Die kommerziellen Linienflüge von und nach Flughafen Lugano sind bereits eingeschränkt; die meisten Delegationen werden über Mailand-Malpensa anreisen, wo die Schweizer und italienischen Luftstreitkräfte gemeinsame Luftüberwachungsflüge durchführen. Betreiber von Geschäftsflugzeugen, Drohnenanbietern und Firmenreiseplanern wird empfohlen, frühzeitig alternative Flugpläne einzureichen. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt wird Mitte Oktober detaillierte NOTAMs und Slot-Koordinationsverfahren veröffentlichen. Auch Straßensperrungen rund um das Kongresszentrum werden den Shuttleverkehr und die Bodenabfertigung beeinträchtigen. Obwohl die Veranstaltung außerhalb des 24-Stunden-Nachrichtenzyklus liegt, sollten Unternehmen mit Expatriates in Südschweiz und Norditalien die erhöhte Sicherheitslage beachten. Die Hotelkapazitäten in Lugano sind bereits knapp, daher sollten Mobilitätsmanager Unterkünfte frühzeitig sichern, falls Führungskräfte während des Zeitraums vor Ort Termine planen. Der Einsatz verdeutlicht einen wachsenden Trend: Die Schweiz setzt zunehmend militärische Mittel zum Schutz hochrangiger internationaler Treffen ein – eine Praxis, die angesichts des Wettbewerbs von Genf, Davos und nun Lugano um diplomatische Gipfeltreffen voraussichtlich weiter zunehmen wird.
Quelle: Federal Council press release