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Regierungsbericht beziffert hohe wirtschaftliche Folgen eines Austritts aus Schengen/Dublin

Sept. 19, 2026
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Regierungsbericht beziffert hohe wirtschaftliche Folgen eines Austritts aus Schengen/Dublin
Am 18. September veröffentlichte der Bundesrat einen 120-seitigen Bericht, der eindrücklich aufzeigt, welche Verluste der Schweiz drohen, sollte sie jemals aus dem Schengen-/Dublin-Raum ausgeschlossen werden. Im Auftrag des Parlaments (Postulat 24.3946) prognostiziert die Studie, dass das Schweizer BIP bis 2035 um bis zu 3,9 % sinken könnte – was für jede Einwohnerin und jeden Einwohner einem jährlichen Verlust von 1.300 CHF entspricht –, falls das Land die europäische Passfreiheit aufgibt.

Das Modell identifiziert drei zentrale Problembereiche für Akteure der globalen Mobilität: Erstens die Grenzstaus: Ohne Schengen müssten die Nachbarländer der EU die Schweizer Grenzübergänge als Außengrenze behandeln, was täglich zu zusätzlichen 422.000 verlorenen Arbeitsstunden im Stau führen würde. Zweitens das Arbeitskräfteangebot: Strenge Kontrollen könnten bis zu 60 % der 330.000 Grenzgänger abschrecken, die Schweizer Spitäler, Hotels und Hightech-Produktionslinien versorgen. Drittens Tourismus und Geschäftsreisen: Nicht-EU-Besucher bräuchten wieder ein separates Schweizer Visum, was die Ankünfte bis 2035 um geschätzte 320 bis 810 Millionen CHF reduzieren würde.

Regierungsbericht beziffert hohe wirtschaftliche Folgen eines Austritts aus Schengen/Dublin


Der Bericht hebt auch Sicherheitsaspekte hervor: Die Schweizer Polizei griff 2025 rund 40.000 Mal auf das Schengen-Informationssystem (SIS) zu; eine nationale Nachbildung dieser Kapazitäten wäre finanziell kaum tragbar. Im Asylbereich würde der Wegfall des Dublin-Übernahmeverfahrens die Schweiz zwingen, bereits anderswo eingereichte Gesuche selbst zu prüfen, was jährliche Mehrkosten von 166 bis 824 Millionen CHF verursachen könnte.

Multinationale Unternehmen mit vielen Grenzgängern, insbesondere im Pharma-Korridor Basel und im internationalen Organisationszentrum Genf, sollten die Ergebnisse als Warnsignal verstehen. Umzugsprogramme müssen möglicherweise Notfallpläne für Visumsunterstützung entwickeln, während die Personalabteilungen sich auf Probleme bei der Mitarbeiterbindung einstellen sollten, falls sich die Pendelzeiten verlängern. Reiseverantwortliche müssten zudem mit zusätzlichen Kosten und längeren Vorlaufzeiten für Visa rechnen.

Obwohl der Bericht nur eine Empfehlung darstellt, wird er die laufende politische Debatte um die SVP-Grenzkontrollinitiative und künftige EU-Verhandlungen stark beeinflussen. Unternehmen mit Schweizer Präsenz sollten die wirtschaftlichen Risiken gegenüber Branchenverbänden und Handelskammern kommunizieren.
Quelle: Federal Council report / SwissInfo coverage

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