
Der Verkehr am Grenzübergang Beni-Enzar zwischen Melilla und Marokko hat sich an diesem Sonntag deutlich entspannt, dennoch mussten Reisende mit Wartezeiten von bis zu 120 Minuten rechnen, um in das nordafrikanische Königreich einzureisen. Laut Berichten von El Faro de Melilla vor Ort bildeten sich nie mehr als zwei parallele Fahrzeugreihen – ein deutlicher Unterschied zu den kilometerlangen Staus während der Hochphase der Operación Paso del Estrecho (OPE) im Juli und August. Die meisten Grenzgänger waren Melilla-Einwohner, die das Wochenende bei Verwandten in der benachbarten Provinz Nador verbrachten. Behörden führen die verbleibenden Verzögerungen auf langsamere Kontrollen auf marokkanischer Seite zurück, wo seit den Massenbewegungen in Ceuta Ende Juli die biometrischen Prüfungen verschärft wurden. Die spanische Polizei beschreibt die Lage als ruhig und ohne nennenswerte Zwischenfälle, rät Autofahrern jedoch, Wasser und Kraftstoff mitzuführen, falls sich die Abfertigung weiter verlangsamt. Für Unternehmen, die Personal oder Fracht über die Landgrenze transportieren, ist die Verbesserung zwar willkommen, aber fragil. Exporteure von Frischprodukten, die über diese Route Zitrusfrüchte in EU-Märkte liefern, sind auf verlässliche Grenzzeiten angewiesen, um Lieferfenster in Supermärkten einzuhalten. Ein Puffer von zwei Stunden zwingt viele dazu, Kühltransporter einen Tag früher loszuschicken, was zusätzliche Lagerkosten verursacht. Reiseveranstalter, die Tagesausflüge ab Melilla anbieten, berichten von kurzfristigen Stornierungen, da sich Reisende stattdessen für die Fähre nach Almería entscheiden. Die offiziellen OPE-Zahlen des letzten Monats verzeichnen mit 251.704 Passagieren und 57.791 Fahrzeugen einen Rekordwert, was einem Anstieg von etwa 19 % im Jahresvergleich entspricht. Die Behörden wollen den reibungsloseren Ablauf durch den Ausbau elektronischer Vorabkontrollspuren vor dem nächsten Sommer festigen. Bis dahin wird Mobilitätsmanagern, deren Personal den Grenzübergang Beni-Enzar nutzt, empfohlen, die Überfahrten außerhalb der Wochenendspitzen zu planen und lokale Medien auf kurzfristige Sperrungen im Zusammenhang mit Sicherheitswarnungen aus Ceuta zu beobachten.
Quelle: El Faro de Melilla