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Spanien wird zum drittgrößten Aussteller von Schengen-Visa für Russen in der EU

Nov. 9, 2025
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Spanien wird zum drittgrößten Aussteller von Schengen-Visa für Russen in der EU
Trotz dreieinhalb Jahren Krieg Moskaus gegen die Ukraine bearbeitet Spanien weiterhin eine hohe Anzahl russischer Visaanträge. Neue Statistiken der Europäischen Kommission vom 8. November 2025 zeigen, dass spanische Konsulate im Jahr 2024 insgesamt 111.187 Kurzzeit-Schengenvisa an russische Staatsbürger ausgestellt haben – nur Frankreich (148.300) und Italien (126.900) liegen darüber.

Diese Zahlen erscheinen nur wenige Wochen nach der Einführung verschärfter EU-Regeln für russische Reisende. Mehrfacheinreisevisa wurden abgeschafft, und für jeden Besuch ist nun ein neuer Antrag mit umfangreicherer Dokumentation und höheren Gebühren erforderlich. Baltische und nordische Länder hatten ein vollständiges Einreiseverbot gefordert, doch größere Mitgliedstaaten – darunter Spanien – setzten sich für eine selektive Regelung ein, um nicht pauschal Dissidenten, Geschäftsleute und bereits in der EU lebende Angehörige zu bestrafen.

Die Position Madrids spiegelt sowohl wirtschaftliche als auch humanitäre Überlegungen wider. Vor der Pandemie gaben wohlhabende russische Touristen jährlich rund eine Milliarde Euro in Spaniens Gastronomie- und Immobiliensektor aus, und etwa 82.000 russische Staatsbürger besitzen derzeit gültige spanische Aufenthaltstitel. Reiseveranstalter an der Costa Blanca und in Katalonien warnen, dass ein drastisches Einreiseverbot die Erholung nach COVID-19 gefährden würde – gerade jetzt, wo die Wintersaison beginnt.

Spanien wird zum drittgrößten Aussteller von Schengen-Visa für Russen in der EU


Gleichzeitig betont die Regierung Sánchez, die neuen EU-Vorgaben konsequent umzusetzen. Die Konsularabteilungen in Moskau und St. Petersburg haben die Interviewkapazitäten für humanitäre Anträge (Familienzusammenführung, medizinische Behandlung, akademische Konferenzen) verdoppelt, während Termine für touristische Reisen reduziert wurden. Die Sicherheitsüberprüfungen wurden in Zusammenarbeit mit Frontex und der spanischen Nationalpolizei verstärkt.

Für multinationale Unternehmen ist die Botschaft klar: Russische Mitarbeiter, die in Spanien arbeiten oder durchreisen müssen, müssen mit längeren Bearbeitungszeiten und Einreisevisa für nur eine Einreise rechnen. Mobility-Teams werden aufgefordert, Reisen mindestens sechs Wochen im Voraus zu planen und sicherzustellen, dass Einladungen, Versicherungen und Hotelbuchungen den strengeren Anforderungen entsprechen. Spanische Grenzbeamte berichten, dass seit September unvollständige Unterkunftsnachweise der häufigste Ablehnungsgrund sind.

Blickt man voraus, wird Brüssel die Maßnahmen im März 2026 überprüfen. Sollte der Krieg andauern, ist mit weiteren Harmonisierungsschritten zu rechnen – insbesondere bei biometrischen Daten, sobald das EU-Einreise-/Ausreisesystem (EES) im April nächsten Jahres vollständig in Betrieb geht. Unternehmen mit russischen Mitarbeitern in Spanien sollten daher flexible Projektpläne einplanen und, wo möglich, auf Homeoffice-Alternativen setzen.
Quelle: El Español

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