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EU stellt Solidaritätspool vor; Belgien erhält bevorzugten Zugang zum Migrations-„Werkzeugkasten“

Nov. 12, 2025
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EU stellt Solidaritätspool vor; Belgien erhält bevorzugten Zugang zum Migrations-„Werkzeugkasten“
Kurz nach der Veröffentlichung ihres Berichts zum Migrationsdruck hat die Europäische Kommission am 11. November die Einrichtung eines Solidaritätsfonds in Höhe von 600 Millionen Euro angekündigt, der die am stärksten von irregulären Ankünften betroffenen Mitgliedstaaten unterstützen soll. Während die Länder an der EU-Außengrenze – Griechenland, Zypern, Spanien und Italien – für direkte Umsiedlungen infrage kommen, zählt die Kommission auch Belgien zusammen mit elf weiteren Staaten zu den „gefährdeten“ Ländern, die daher vorrangig finanzielle Mittel, operative Unterstützung und Technologieförderungen im Rahmen des Pakts erhalten.

Der Solidaritätsmechanismus, der im Juni 2024 grundsätzlich vereinbart wurde, wird mit Inkrafttreten des neuen Migrations- und Asylpakts Mitte 2026 voll funktionsfähig sein. Bis dahin wird die Kommission Ausschreibungen im Wert von 250 Millionen Euro für Drohnen- und Anti-Drohnen-Überwachungssysteme starten, teilweise als Reaktion auf jüngste Zwischenfälle, die zu vorübergehenden Schließungen der Flughäfen Brüssel und Lüttich führten. Von den belgischen Behörden wird erwartet, dass sie sich um einen Teil dieser Mittel bewerben, um die Überwachung an Autobahnraststätten und wichtigen Bahnstrecken zu verstärken, die als Routen für sekundäre Bewegungen dienen.

EU stellt Solidaritätspool vor; Belgien erhält bevorzugten Zugang zum Migrations-„Werkzeugkasten“


Für die belgische Bundespolizei und das Einwanderungsamt könnten die zusätzlichen EU-Mittel helfen, den Personalmangel zu lindern, der sowohl die Grenzkontrollen als auch die Bearbeitung von arbeitsbezogenen Aufenthaltserlaubnissen erschwert hat. Die Solidaritätsunterstützung ist jedoch an messbare Fortschritte bei der Rückführung irregulärer Migranten gebunden – ein Bereich, in dem Belgien mit einer Rückführungsquote von 13 % deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 21 % liegt.

Firmenreisende sollten mit verstärkten Kontrollen innerhalb Belgiens rechnen, darunter Stichprobenkontrollen in Intercity-Zügen und an Autobahnraststätten. Ausländische Entsandte wird empfohlen, auch bei Inlandsreisen stets ihre Aufenthaltstitel oder Reisepässe mitzuführen, um Verzögerungen zu vermeiden. Unternehmen sollten zudem ihre Notfallpläne für mögliche kurzfristige Verkehrsbehinderungen im Zusammenhang mit Anti-Drohnen-Maßnahmen an großen Flughäfen überprüfen.

Politisch entfacht der Solidaritätsfonds die Debatte innerhalb der belgischen Regierungskoalition über verpflichtende Umsiedlungsquoten neu. Flämische Nationalisten plädieren dafür, den Fokus auf Rückführungen statt auf Umsiedlungen zu legen, während frankophone Liberale das von der Kommission vorgeschlagene Lastenteilungsmodell unterstützen. Das Ergebnis könnte künftige Quoten für Arbeitsmigration und die Finanzierung der Integrationspolitik maßgeblich beeinflussen.
Quelle: Reuters

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