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Erdogan bekräftigt Zwei-Staaten-Lösung und verschärft Unsicherheit bei der Mobilität auf Zypern

Nov. 14, 2025
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Erdogan bekräftigt Zwei-Staaten-Lösung und verschärft Unsicherheit bei der Mobilität auf Zypern
Nur wenige Stunden vor der Warnung Zyperns in Berlin bekräftigte der türkische Präsident Tayyip Erdogan erneut das, was er als das „realistischste“ Ergebnis für die Insel bezeichnet: zwei international anerkannte Staaten, die nebeneinander existieren. Am 13. November erklärte Erdogan in Ankara neben dem neu gewählten türkisch-zyprischen Führer Tufan Erhurman, dass jahrzehntelange, von den Vereinten Nationen unterstützte Verhandlungsrunden über eine Föderation gescheitert seien und die türkischen Zyprer niemals eine Minderheitenrolle in einer einheitlichen Republik akzeptieren würden.

Diese Äußerungen verschärfen die Verhandlungsposition und haben direkte Auswirkungen auf die Mobilität. Ein Zwei-Staaten-Modell würde die selbsternannte Türkische Republik Nordzypern (TRNZ) außerhalb des EU-Rechts, des Zollgebiets und der bevorstehenden Ein- und Ausreisekontrollen sowie des ETIAS-Systems der EU belassen. Das würde Fluggesellschaften, Kreuzfahrtanbieter und Straßentransportunternehmen zwingen, die Insel als zwei getrennte Rechtsräume zu behandeln – mit doppeltem Aufwand bei Compliance und Versicherungen.

Erdogan bekräftigt Zwei-Staaten-Lösung und verschärft Unsicherheit bei der Mobilität auf Zypern


Für internationale Unternehmen zeigt sich die Divergenz bereits jetzt in doppelten Steuer- und Sozialversicherungsabgaben, wenn Mitarbeiter die Grüne Linie überqueren. Sollte Erdogans Vision durchgesetzt werden, müssten grenzüberschreitende Arbeitserlaubnisse und Sozialversicherungsabkommen von Grund auf neu verhandelt werden – ein Prozess, der Jahre dauern könnte und möglicherweise nie die nahtlose Mobilität ermöglicht, die anderswo in der EU selbstverständlich ist.

Unterdessen signalisierte Erhurman eine begrenzte Bereitschaft, „aus vergangenen Fehlern zu lernen“ und deutete auf eine hybride Lösung unter UN-Vermittlung hin. Beobachter vermuten, dass dies in praktischen Mobilitätsvertrauensmaßnahmen (CBMs) münden könnte, wie der gegenseitigen Anerkennung von Personalausweisen für Tagesausflüge oder der gemeinsamen Abfertigung von Touristenbussen am Ledra-Palast-Übergang – kleine Schritte, die die Verbindungen für die jährlich drei Millionen Besucher zwischen den beiden Verwaltungsgebieten der Insel offenhalten.

Bis Klarheit herrscht, sollten Mobilitätsexperten Notfallrouten für Personal und Waren zu den nördlichen Urlaubsorten bereithalten, Reisende über die Verfahren an den beiden Kontrollpunkten informieren und mögliche EU-Sanktionen beobachten, die bei einem Scheitern der Gespräche die Luftverbindungen beeinträchtigen könnten. Eine formelle Teilung würde zudem den konsularischen Schutz erschweren und es EU- oder Drittstaatsangehörigen erschweren, im TRNZ Hilfe zu erhalten.
Quelle: Reuters

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