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EU-Biometrisches Ein- und Ausreisesystem startet – längere Warteschlangen an österreichischen Flughäfen

Nov. 30, 2025
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EU-Biometrisches Ein- und Ausreisesystem startet – längere Warteschlangen an österreichischen Flughäfen
Das lang erwartete Ein- und Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union ist seit dem 29. November voll einsatzbereit. In Österreich wurde das System an den Flughäfen Wien, Salzburg und Innsbruck sowie an wichtigen Grenzübergängen aktiviert. Die neue Plattform erfasst bei der ersten Einreise von Nicht-EU-Reisenden Fingerabdrücke und ein hochauflösendes Gesichtsfoto; bei Folgebesuchen genügt die Erfassung eines biometrischen Merkmals. Die Daten werden drei Jahre lang gespeichert und berechnen automatisch die Aufenthaltsdauer im Schengen-Raum – das bisherige Stempeln im Pass entfällt.

Die österreichischen Grenzpolizeigewerkschaften berichten, dass die Einschreibekioske während Spitzenzeiten zwei bis vier Minuten pro Passagier zusätzlich benötigen. Der Flughafen Wien hat deshalb Personal von den Sicherheitskontrollen zur Passkontrolle umgeschichtet und empfiehlt den Fluggesellschaften, Passagiere zu bitten, mindestens 30 Minuten früher anzureisen. Die erste echte Belastungsprobe steht Mitte Dezember an, wenn die Winterferien-Charterflüge die täglichen Ankünfte um bis zu 20 Prozent erhöhen.

EU-Biometrisches Ein- und Ausreisesystem startet – längere Warteschlangen an österreichischen Flughäfen


Für globale Mobilitätsprogramme ist diese Umstellung ein Meilenstein. Die automatische Erfassung macht es nahezu unmöglich, die 90/180-Tage-Schengen-Regel durch einen kurzen Wochenendausflug außerhalb des Schengen-Raums „zurückzusetzen“ – eine Taktik, auf die manche Geschäftsreisende bisher noch setzten. Überziehungen führen zu sofortigen Alarmen, was Einreiseverweigerungen oder Bußgelder nach sich ziehen kann. Unternehmen sollten daher frühere Einreisestempel überprüfen, künftige Reisen mit den Echtzeitdaten des EES abgleichen und ihre Reisemanagement-Tools so aktualisieren, dass sie künftig direkt auf die EES-API zugreifen können.

Eine korrekte Erfassung bei der Anmeldung ist entscheidend, da das EES direkt mit ETIAS verknüpft ist – der elektronischen Reisegenehmigung, die ab 2026 für visumfreie Staatsangehörige verpflichtend wird. Ein falsch eingegebener Passnummer oder ein Tippfehler im Namen kann heute zu einer Ablehnung von ETIAS morgen führen. Mobilitätsmanager sollten daher eine Anleitung zur Bedienung der Kioske verteilen und für VIP-Mitarbeiter am Flughafen „Meet-and-Assist“-Services einrichten, bis der Ablauf reibungslos funktioniert.

Trotz der Anfangsschwierigkeiten verweisen österreichische Tourismusverantwortliche auf die Erfahrungen Kroatiens Anfang dieses Jahres, wo sich die Abfertigungszeiten innerhalb von acht Wochen wieder auf das Niveau vor EES eingependelt haben. Bis Frühjahr 2026 hofft Wien, die Biometrie für mehr automatisierte e-Gates nutzen zu können, um die Warteschlangen sogar unter das heutige Niveau zu senken.
Quelle: VisaHQ

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