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Spaniens umfassende Legalisierung löst Debatte in Brüssel über Belgiens Migrationsmodell aus

Feb. 4, 2026
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Spaniens umfassende Legalisierung löst Debatte in Brüssel über Belgiens Migrationsmodell aus
Spaniens überraschende Entscheidung, schätzungsweise 500.000 undokumentierten Migranten legalen Status zu gewähren, hat die Migrationsdebatte in Belgien wie ein Blitz getroffen. In einem Artikel für The Brussels Times am 3. Februar weist Reporterin Isabella Vivian darauf hin, dass die linksgerichtete Koalition in Madrid einen beschleunigten Weg zu Aufenthaltserlaubnissen für alle eröffnet, die vor dem 31. Dezember 2025 eingereist sind und ein sauberes Führungszeugnis vorweisen können. Das im April in Kraft tretende Dekret soll akuten Arbeitskräftemangel lindern und Menschen, die derzeit in der Schattenwirtschaft tätig sind, in das spanische Steuersystem integrieren.

Belgische Wissenschaftler und NGOs betonen, dass Spaniens Schritt die deutlich gegensätzliche Richtung in Brüssel offenbart, seit Premierminister Bart De Wevers rechtsgerichtete Koalition vor genau einem Jahr an die Macht kam. Belgien setzt auf einen langsamen, fallbezogenen „strukturellen“ Legalisierungsprozess und hat gleichzeitig die Einkommensgrenzen für Familienzusammenführungen verschärft sowie die Gebühr für Einbürgerungsanträge auf 1.000 Euro erhöht. Thomas Huddleston von der Universität Lüttich argumentiert, dass diese neue Gebühr effektiv die Hälfte der normalen belgischen Arbeitnehmer ausschließt, die einen Ehepartner nachholen oder die Staatsbürgerschaft beantragen möchten.

Spaniens umfassende Legalisierung löst Debatte in Brüssel über Belgiens Migrationsmodell aus


Kritiker warnen, dass Belgiens härtere Linie undokumentierte Menschen weiter in die Illegalität drängen und der Wirtschaft dringend benötigte Arbeitskräfte in Logistik, Pflege, Gastronomie und Bauwesen entziehen könnte. Der Arbeitgeberverband Voka schätzt, dass trotz Rekordbeschäftigung landesweit noch 210.000 Stellen unbesetzt sind. „Wir brauchen Arbeitsmigranten in ganz Europa“, sagt Amanda Klekowski von Koppenfels von der Universität Kent und verweist auf die demografische Alterung.

Derzeit zeigt die Bundesregierung kein Interesse an einer einmaligen Amnestie. Staatssekretärin für Asyl und Migration Anneleen Van Bossuyt (N-VA) betont, dass die bestehenden Kanäle „ausreichend und verhältnismäßig“ seien und warnt, eine Massenlegalisierung würde ein falsches Signal an Schlepper senden. Dennoch hält das spanische Beispiel das Thema lebendig: Oppositionsabgeordnete der Grünen und Sozialisten haben bereits eine parlamentarische Anhörung für Ende des Monats beantragt. Multinationale Unternehmen mit belgischen Niederlassungen sollten die Debatte genau verfolgen; eine Wende hin zu einer umfassenderen Legalisierung könnte einen neuen legalen Talentpool erschließen und die Einhaltung der Vorschriften für Subunternehmer erleichtern, die derzeit mit Grauzonenarbeit kämpfen.
Quelle: The Brussels Times

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