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Frankreich verschärft staatliche medizinische Hilfe für undokumentierte Migranten und startet neue konsularische Datenverbindung

Feb. 9, 2026
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Frankreich verschärft staatliche medizinische Hilfe für undokumentierte Migranten und startet neue konsularische Datenverbindung
Die französische Regierung hat die erste umfassende Reform der Aide médicale d’État (AME) seit 2019 vorangetrieben und am 8. Februar 2026 zwei begleitende Verordnungen im Journal officiel veröffentlicht und öffentlich bekannt gegeben.

Mit der Verordnung 2026-66 erhalten Konsulate und diplomatische Vertretungen weltweit erstmals sicheren Zugriff auf die zentrale AME-Datenbank. Diese Neuerung ermöglicht es Visa-Beamten und Betrugsbekämpfungsteams, in Echtzeit zu überprüfen, ob ein Ausländer bereits einen Anspruch auf kostenlose Gesundheitsversorgung in Frankreich geltend gemacht hat. Damit wird eine bisherige Lücke geschlossen, die den Abgleich zwischen Sozialversicherungs- und Visadateien verhinderte. Das Außenministerium kündigt an, dass die Umstellung bis Oktober 2026 vollständig abgeschlossen sein wird; Pilotverbindungen laufen bereits in Algier, Casablanca und Dakar.

Frankreich verschärft staatliche medizinische Hilfe für undokumentierte Migranten und startet neue konsularische Datenverbindung


Die Verordnung 2026-67 konzentriert sich auf die Betrugsbekämpfung im Inland. Sie aktualisiert die Liste der erforderlichen Nachweise bei der Antragstellung auf AME bei der örtlichen Krankenkasse (caisse primaire d’assurance-maladie). Antragsteller müssen nun einen Nachweis über einen ununterbrochenen Aufenthalt von drei Monaten, eine Steuer-Identifikationsnummer (sofern vorhanden) sowie ein biometrisches Passfoto vorlegen, das mit den neuen Ein- und Ausreisesystem-Daten (EES) an den Schengen-Außengrenzen abgeglichen wird. Das Gesundheitsministerium schätzt Einsparungen von jährlich 180 Millionen Euro, die in Präventionsprogramme für Migrantengemeinschaften reinvestiert werden sollen.

Premierminister Sébastien Lecornu verteidigte die Reform in einem Interview mit regionalen Zeitungen und betonte, dass die AME „aus gesundheitspolitischer Sicht unverzichtbar bleibt“, aber besser vor Missbrauch geschützt werden müsse. Er bestätigte zudem, dass die Regierung vorerst nicht am Leistungsumfang der AME rührt, sodass undokumentierte Migranten weiterhin dieselbe Versorgung bei Krankenhaus-, Geburts- und Infektionsbehandlungen erhalten. Eine breitere parlamentarische Debatte über den Leistungsumfang wird jedoch für das Frühjahr erwartet.

Für Manager im Bereich globale Mobilität ist die Botschaft klar: Undokumentierte Mitarbeitende (oder deren Angehörige), die Anspruch auf AME haben, müssen künftig strengere Nachweiskontrollen durchlaufen. Unternehmen, die ausländische Fachkräfte einstellen wollen, sollten mit intensiverer Prüfung früherer Aufenthalte in Frankreich rechnen. HR-Teams, die bei der Beantragung von Langzeitvisa unterstützen, sollten Bewerber darauf vorbereiten, dass Konsularbeamte künftig ein neues Verifikationstool nutzen. In der Praxis werden gut vorbereitete Unterlagen und präzise Reiseverläufe noch wichtiger, um Ablehnungen oder langwierige Verwaltungsprüfungen zu vermeiden.
Quelle: Yahoo Actualités France / AFP

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