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Reisebranche warnt vor Sommerchaos, während Frankreich vollständige biometrische Grenzkontrollen vorbereitet

Feb. 6, 2026
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Reisebranche warnt vor Sommerchaos, während Frankreich vollständige biometrische Grenzkontrollen vorbereitet
Frankreichs Flughäfen, Fährhäfen und Eurotunnel-Terminals stehen vor ihrer bisher größten Herausforderung, wenn am 10. April 2026 das neue EU-Ein- und Ausreisesystem (EES) verpflichtend wird. Das System verlangt, dass jeder Nicht-EU-Reisende – darunter auch die Millionen britischer Geschäftsreisender, die jährlich den Ärmelkanal überqueren – bei der ersten Einreise in den Schengen-Raum mit Fingerabdruck und Foto erfasst und in einer zentralen Datenbank registriert wird.

Seit dem „Soft-Launch“ im Oktober letzten Jahres mussten die französischen Grenzbeamten (PAF) nur 35 % der berechtigten Passagiere erfassen. Selbst bei diesem reduzierten Anteil kam es laut Flughafenbetreiber ADP und dem Branchenverband ACI Europe zu Spitzenwartezeiten von bis zu drei Stunden an den Flughäfen Paris-Charles-de-Gaulle, Orly, Nizza und Marseille.

Ab April entfällt die 35 %-Begrenzung. Um dieselbe Passagierzahl mit 100 % biometrischer Erfassung abzufertigen, müssten die Grenzkontrollstellen fast dreimal so viele besetzte Kontrollkabinen oder voll funktionsfähige Selbstbedienungskioske bereitstellen – eine Ausstattung, die viele Flughäfen noch nicht vollständig integriert haben. Daher haben Flughafen- und Fluggesellschaftsverbände die Europäische Kommission um eine „klare, umfassende Flexibilität“ gebeten, die es den Grenzbeamten erlaubt, das EES bei Engpässen vorübergehend auszusetzen. Das französische Verkehrsministerium bevorzugt bislang eine lokale Steuerung der Situation, doch Insider warnen, dass im Juli und August Wartezeiten von bis zu fünf Stunden drohen, sofern nicht zusätzliches Personal eingesetzt wird.

Reisebranche warnt vor Sommerchaos, während Frankreich vollständige biometrische Grenzkontrollen vorbereitet


Für Firmen mit Mobilitätsteams steht viel auf dem Spiel. Frankreich verzeichnete 2025 rund 6 Millionen Geschäftsreisen von Nicht-EU-Bürgern; eine Wiederholung der Staus wie in der Weihnachtswoche des Vorjahres würde Führungskräfte, Frachtpiloten und wichtige Ingenieure blockieren. Reiseverantwortliche raten bereits jetzt, zwei Stunden mehr für die Abreise einzuplanen und Flüge vor 8 Uhr oder nach 20 Uhr zu bevorzugen, wenn das Passagieraufkommen geringer ist. Der Bahnoperator Eurostar hat den Verkauf zusätzlicher Sommerplätze verschoben, bis die neuen französischen Kioske zertifiziert sind.

Die Flughäfen erhöhen die Kapazitäten. Paris-CDG hat 120 zusätzliche biometrische Kioske bestellt, während Lyon Saint-Exupéry einen gesamten Ankunftsbereich für die kombinierte Abfertigung von Schengen- und Drittstaatenreisenden umgestaltet. Lieferanten warnen jedoch, dass die weltweite Nachfrage nach Passlesegeräten und Fingerabdrucksensoren – getrieben von Kanada, den Golfstaaten und den USA – die Lieferzeiten auf sechs Monate verlängert hat. Bis dahin hat das Innenministerium Überstunden für 500 reservistische Grenzbeamte bis September genehmigt.

Für Unternehmen lautet der praktische Rat: Reisende auf die Fingerabdruckerfassung vorbereiten, großzügigere Anschlusszeiten einplanen und die täglichen Kapazitätsmeldungen von ACI Europe genau verfolgen. Firmen, die Ausrüstung oder Proben transportieren, sollten zudem zusätzliche Zeit für Doppelverwendungsprüfungen einplanen, die erst nach der Einreise abgeschlossen werden können. Wer die neue Realität nicht berücksichtigt, riskiert verpasste Kundentermine, Vertragsstrafen und teure Flugzeugausfälle.
Quelle: The Guardian

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