
Die Arbeitsgruppe des Rates für Grundrechte, Bürgerrechte und Freizügigkeit (FREMP) traf sich am 24. Februar 2026 im Justus-Lipsius-Gebäude in Brüssel. Die österreichische Delegation setzte laut der offiziellen Tagesordnung, die dem Nationalrat in Wien vorgelegt wurde, zwei Themen ganz oben auf die Agenda: die letzten Vorbereitungen für das Schengen-Ein- und Ausreisesystem (EES) sowie den Datenschutz bei der Entsendung von Arbeitnehmern. Da das EU-weite EES am 10. April 2026 in Betrieb genommen wird, bat Wien die Kommission um Klarstellung der Ausweichverfahren für den Fall, dass biometrische Kontrollpunkte an Landgrenzen wie Nickelsdorf (an der Grenze zu Ungarn) ausfallen. Das Innenministerium befürchtet sonst lange Warteschlangen, die Just-in-Time-Lieferungen an österreichische Automobilwerke behindern und Geschäftsreisende am Flughafen Wien verzögern könnten. Die österreichische Delegation forderte zudem Leitlinien zur geplanten Überarbeitung der Entsenderichtlinie. Multinationale Unternehmen rotieren häufig Spezialisten für Einsätze von unter 90 Tagen zwischen österreichischen und deutschen Standorten; die Behörden wünschen sich eine Entlastung bei der Meldepflicht, sobald die neuen IMI-Module (Internal Market Information) 2027 eingeführt werden. Für Arbeitgeber bedeutet das: Nach Ostern ist mit strengeren Kontrollen bei der Passstempelung zu rechnen, und die HR-Systeme sollten darauf vorbereitet sein, Echtzeitdaten zur Entsendung in ein verbessertes EU-Portal einzuspeisen. Wer sich nicht anpasst, riskiert Bußgelder sowohl an den österreichischen Grenzen als auch bei Kontrollen durch die Arbeitsaufsicht.
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