
Die Europäische Kommission legte am 2. März 2026 einen Vorschlag vor, um 2 Millionen Euro aus dem Europäischen Globalisierungsanpassungsfonds (EGF) freizugeben. Damit sollen 507 Beschäftigte unterstützt werden, die nach der Insolvenz von Liberty Steel Belgium ihre Arbeit verloren haben. Obwohl es sich nicht um eine Einwanderungsmaßnahme handelt, ist das Programm ein wichtiger Indikator für die Arbeitsmobilitätspolitik, da es Umschulungen, Berufsberatung und Gründungsförderung finanziert – Instrumente, die es entlassenen Arbeitnehmern ermöglichen, wirtschaftlich aktiv und geografisch flexibel zu bleiben. Die Liège-Standorte von Liberty Steel brachen 2025 nach langanhaltenden Lieferkettenproblemen zusammen. Der öffentliche Arbeitsdienst in Wallonien hat bereits viele der Betroffenen in Sprach- und IT-Kurse eingeschrieben, um ihre grenzüberschreitende Beschäftigungsfähigkeit zu erhöhen, was die enge Integration des Benelux-Arbeitsmarktes widerspiegelt. Der EGF erstattet rückwirkend 85 % dieser Kosten, sofern Parlament und Rat zustimmen. Für Manager der globalen Mobilität ist der Fall besonders interessant: Artikel 7 der EGF-Verordnung erlaubt die Förderung von Arbeitnehmern, die für einen neuen Job in einen anderen EU-Mitgliedstaat umziehen, einschließlich Umzugskosten und Sprachunterricht. Praktisch bedeutet das, dass ein Stahlarbeiter aus Liège ein Angebot bei einem niederländischen Offshore-Windkraftanlagenbauer annehmen könnte, wobei ein Teil der Umzugskosten durch den Zuschuss gedeckt wird. Seit seiner Einführung im Jahr 2007 hat der EGF mehr als 180.000 Europäer unterstützt, die von Handelskrisen oder Automatisierung betroffen sind. Das im Jahr 2025 vorgestellte neueste Pilotprojekt der Kommission, die Skills Guarantee, ergänzt das Liberty Steel-Paket und zeigt, wie Brüssel die mobilitätsorientierte Umschulung in seine Industriepolitik integriert. Bei einer schnellen Zustimmung der EU-Gesetzgeber könnte die erste Tranche bereits im Frühsommer in Wallonien ankommen – zeitgleich mit der Fertigstellung des Just Transition Fund-Plans der Regionalbehörden, der ebenfalls Mittel für grenzüberschreitende Pendlerinitiativen vorsieht.
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