
Der 27. Februar 2026 markierte den Einsendeschluss für die Konsultation der Europäischen Kommission zur bevorstehenden Initiative zur Anerkennung von Qualifikationen – Teil des umfassenderen Pakets für faire Arbeitsmobilität, das es Arbeitnehmern erleichtern soll, anerkannte Qualifikationen innerhalb der Mitgliedstaaten mitzuführen. Das Border Focal Point Network der Kommission hatte wiederholt Belgiens mehrsprachige Grenzregionen (Flandern–Niederlande, Wallonien–Frankreich und das grenzüberschreitende Maas-Rhein-Euregio) als vorrangige Beitragsregionen hervorgehoben. Belgische Handelskammern schätzen, dass entlang dieser Grenzen rund 42.000 Stellen unbesetzt bleiben, hauptsächlich weil Arbeitgeber die im Ausland ausgestellten Qualifikationen der Bewerber nicht schnell überprüfen können. Personalabteilungen, die Pendlerentsendungen zwischen Antwerpen und Eindhoven oder Lüttich und Aachen betreuen, müssen derzeit drei verschiedene Anerkennungsregime jonglieren. Die Initiative zur Anerkennung von Qualifikationen schlägt eine digitale „Kompetenz-Wallet“ vor, die mit dem EU-Rahmen für digitale Identitäten verknüpft ist und eine automatische Verifizierung per QR-Code ermöglicht. Im Februar reichten globale Mobilitätsteams von BASF Antwerpen, Google Mons und der Europäischen Weltraumorganisation in Redu Positionspapiere ein, in denen sie fordern: 1) eine Service-Level-Zielvorgabe von 48 Stunden für grenzüberschreitende Anerkennungsentscheidungen; 2) die Integration privater Berufsqualifikationen (z. B. ISO-Leadauditor) neben formalen Diplomen; und 3) strenge Datenschutzregelungen, um hochqualifizierte Fachkräfte zu schützen. Der belgische Bundesarbeitsdienst (FOREM/VDAB/Actiris) koordinierte eine gemeinsame nationale Stellungnahme, die die Interoperabilität mit Belgiens bestehender e-ID und der bundesweiten Diplomedatenbank betont. Die Beteiligten warten nun auf den Gesetzgebungsvorschlag der Kommission, der für das vierte Quartal 2026 erwartet wird. Bei Annahme könnte das neue System die Vorlaufzeiten für Entsendungen um Wochen verkürzen und die Compliance-Kosten für innergemeinschaftliche Einsätze senken – ein bedeutender Gewinn für die Tausenden belgischer Unternehmen, die Spezialisten zwischen europäischen Standorten rotieren lassen.