
Das seit langem verzögerte Ein- und Ausreisesystem (EES) der EU ist am 5. März in die letzte Testphase gestartet: Am Flughafen Salzburg finden nun Live-Passagierproben statt, wodurch Österreich zu den ersten Schengen-Staaten gehört, die das neue biometrische Grenzregime erproben. Automatisierte Kioske erfassen jetzt Fingerabdrücke und ein Gesichtsscanning von Nicht-EU-Reisenden, die in Richtung Großbritannien, Türkei und andere Nicht-Schengen-Ziele ausreisen; Papierpassstempel entfallen. Die Flughafenleitung warnte Reiseveranstalter, ihre Kunden zu bitten, mindestens 30 Minuten früher anzureisen, bis Personal und Passagiere mit dem neuen Verfahren vertraut sind. Erste Daten zeigen eine Fehlerquote bei der Zuordnung von unter 1 Prozent, allerdings steigt die durchschnittliche Verweildauer pro Reisendem um drei Minuten. Geschäftsreisestellen passen bereits ihre Reisepläne an, um längere Umsteigezeiten in Wien zu ermöglichen, wenn die Reise in Salzburg beginnt. Das österreichische Innenministerium erklärt, dass der Pilotversuch direkt in eine landesweite Einführung im April mündet, wenn die Flughäfen Wien und Innsbruck 200 biometrische E-Gates hinzufügen. Das Ministerium bestätigte, dass die während des Tests gesammelten Daten mit FRONTEX geteilt und gemäß EU-Vorschriften drei Jahre lang gespeichert werden, was die Erkennung von Überziehern erleichtert. Für Mobilitätsteams ist die Botschaft klar: Manuelle Stempelungen gehören bald der Vergangenheit an. Arbeitgeber sollten ausländische Entsandte darauf hinweisen, dass jede grenzüberschreitende Bewegung künftig automatisch erfasst wird, wodurch unbeabsichtigte Verstöße gegen die 90/180-Tage-Regel leichter erkannt werden können. Unternehmen könnten in Software zur Schengen-Tageszählung investieren und ihre Mitarbeiter daran erinnern, dass die kommende ETIAS-Reisegenehmigung – voraussichtlich mit Kosten von 20 Euro – bis Ende 2026 eine zusätzliche Compliance-Hürde darstellen wird.
Quelle: Schengen Travel News
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