
Die EU-Innenminister trafen sich am 5. März 2026 in Brüssel zur Sitzung des Rates für Justiz und Inneres (JHA), der ersten unter der zyprischen Ratspräsidentschaft. Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska schloss sich seinen Amtskollegen an und befürwortete eine Reihe von „Ergebnissen“, die eine engere Zusammenarbeit mit dem Libanon und Libyen, beschleunigte Programme für freiwillige Rückkehr sowie eine reibungslose Umsetzung des EU-Asyl- und Migrationspakts am 12. Juni 2026 betonen. Der Rat stellte fest, dass der Druck auf der zentralen Mittelmeerroute weiterhin hoch ist. Spanien unterstützte einen Vorschlag Zyperns, zusätzliche EU-Mittel für Grenz- und Migrationsfragen verstärkt für Rückführungen aus Transitstaaten einzusetzen, mit der Begründung, dass „effektive externe Maßnahmen irreguläre Ankünfte in Mitgliedstaaten wie Spanien, die vom Atlantik- und Westmittelmeerraum betroffen sind, reduzieren“. Mehrere Minister brachten zudem eine intensivere Einbindung von Frontex außerhalb des EU-Gebiets ins Gespräch – ein Vorschlag, den Spanien begrüßte und auf seine positiven Erfahrungen mit gemeinsamen Patrouillen in Senegal und Mauretanien verwies. Für Unternehmen mit Mobilitätsteams signalisiert die Diskussion, dass Wiedereinführungen von Schengen-Binnengrenzen – wie sie bei Migrationsspitzen üblich sind – kurzfristig unwahrscheinlich sind, sofern die Grenzverfahren des Pakts rechtzeitig umgesetzt werden. Schnellere Rückführungen könnten zudem Haftzeiten verkürzen und so indirekt administrative Kapazitäten für legale Migrationswege wie EU-ICT-Visa und Spaniens Fachkräftevisa freisetzen. Die Sitzung traf keine formellen legislativen Entscheidungen, doch die politische Orientierung des JHA-Rates prägt in der Regel kommende Kommissionsvorschläge und Mittelzuweisungen. Grande-Marlaska erklärte gegenüber Journalisten, Spanien werde den Solidaritätsmechanismus des Pakts nur „als letztes Mittel“ für Umsiedlungen nutzen und stattdessen auf eine verstärkte Zusammenarbeit im Herkunftsland setzen. Eine erste Fortschrittsbewertung zur Umsetzung des Pakts ist für den nächsten JHA-Rat im Juni geplant. Mobilitätsakteure sollten die im April erwarteten Kommissionsleitlinien zur Screening-Verordnung des Pakts genau verfolgen, da diese die Zeitpläne für biometrische Erfassung an den Außengrenzen – einschließlich der verkehrsreichsten spanischen Flughäfen sowie der Grenzübergänge in Ceuta und Melilla – festlegen werden.
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