
Die Europäische Kommission bestätigte am 2. März, dass Spanien die vollständige Einführung des neuen Schengen-Ein- und Ausreisesystems (EES) an seinen Flughäfen bis September 2026 verschieben darf, statt wie ursprünglich geplant bis zum 10. April. Diese Zugeständnis gewährt den von Aena betriebenen Flughäfen – insbesondere Barcelona-El Prat, Madrid-Barajas und Málaga–Costa del Sol – eine wichtige fünfmonatige Schonfrist, um Chaos in der Hauptsaison zu vermeiden, während biometrische Kontrollpunkte und Mitarbeiterschulungen abgeschlossen werden. Tests aus dem vergangenen Herbst zeigten, dass die Erfassung von Gesichtsbildern und Fingerabdrücken aller Drittstaatsangehörigen die Abfertigungszeiten um 30 bis 50 % verlängern könnte, sofern nicht zusätzliche e-Gates und „Hilfsspuren“ eingerichtet werden. Die spanischen Tourismusexperten warnten vor Passagierstaus von bis zu zwei Stunden, die die 250-Milliarden-Euro-Wirtschaft des Landes gefährden würden. Mit der Fristverlängerung können die Flughäfen die Ausstattung nach der geschäftigen Juli-August-Periode schrittweise einführen und an ruhigeren Tagen Live-Tests durchführen. Für internationale Mobilitätsteams ist die Botschaft differenziert: Fluggesellschaften werden ab April weiterhin Passagierdaten im Voraus erfassen, und Landgrenzen wie La Línea-Gibraltar planen den Start im Frühjahr. Reisende, die über spanische Flughäfen umsteigen, müssen die biometrische Registrierung jedoch erst im September absolvieren. Arbeitgeber, die Kurzzeiteinsätze planen, können daher die bisherigen Check-in-Puffer beibehalten, sollten aber ihre Reiserichtlinien aktualisieren, um EES und die damit verbundene ETIAS-Vorabgenehmigung, die nun für Anfang 2027 vorgesehen ist, zu berücksichtigen. Die Spanische Hotelkonföderation begrüßte die Entscheidung, da sie die Sommerumsätze schützt und den Betreibern Zeit gibt, das Personal an der Rezeption im Umgang mit den neuen Regeln für Nicht-EU-Gäste zu schulen. Datenschutzbefürworter hingegen sehen in der Verzögerung ein Zeichen technischer Schwächen und fordern von Brüssel eine unabhängige Prüfung, bevor das System Millionen biometrischer Daten speichert. In den kommenden Wochen wird Aena einen aktualisierten Umsetzungsplan veröffentlichen, der Details zu Gate-Anordnungen, Abläufen für Transferpassagiere und Ausweichspuren für Crew und ältere Reisende enthält. Unternehmen mit hoher innergemeinschaftlicher Mobilität sollten diese Rundschreiben aufmerksam verfolgen und ihre Duty-of-Care-Maßnahmen testen, um sicherzustellen, dass Mitarbeiter die neuen Anforderungen nach Ablauf der Schonfrist erfüllen.