
Die grenzüberschreitende Mobilität zwischen Italien und der Schweiz steht diese Woche vor zusätzlichen Herausforderungen, da der Kanton Tessin vom 2. bis 8. März 2026 intensive mobile Geschwindigkeitskontrollen durchführt. Die Initiative, die am 6. März vom Fachportal Frontaliere Ticino angekündigt wurde, betrifft nahezu alle wichtigen Straßen von der Lombardei nach Mendrisio, Lugano, Locarno und Bellinzona. Das Schweizer Verkehrsrecht ist streng: Wer die innerstädtische Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um 16 km/h überschreitet, riskiert ein Strafregister und eine dreimonatige Führerscheinsperre. Bußgelder sind grenzüberschreitend durchsetzbar, und unbezahlte Strafen können Inkassoverfahren oder im Extremfall die Fahrzeugbeschlagnahmung bei der nächsten Einreise nach sich ziehen. Die Kantonspolizei warnt, dass mobile Lasergeräte stündlich versetzt werden, wodurch Radarwarn-Apps unzuverlässig sind. Für die rund 80.000 italienischen «Frontalieri», die täglich nach Tessin pendeln, ist die Aktion mehr als eine Verkehrssicherheitskampagne. Der Verlust des Schweizer Führerscheins kann die Erneuerung der Arbeitserlaubnis gefährden, da kantonale Migrationsämter schwere Verkehrsverstöße als Verstoß gegen die Anforderungen an «guten Leumund» werten. Arbeitgeber mit entsandten Mitarbeitern riskieren daher plötzliche Personalengpässe, wenn Mitarbeiter nicht mehr Firmenfahrzeuge fahren dürfen. Global-Mobility-Teams raten den Grenzgängern, 15 Minuten früher loszufahren, sich strikt an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten und Zahlungsbelege für Schweizer Bußgelder aufzubewahren, um Säumniszuschläge zu vermeiden. Einige Unternehmen verlegen Meetings vorübergehend in den frühen Nachmittag, um den morgendlichen Berufsverkehr zu entlasten. Umzugsberater weisen zudem darauf hin, dass Zeitkarten für den öffentlichen Nahverkehr in Italien und der Schweiz steuerlich begünstigt sind, was einen finanziellen Anreiz bietet, während der Kontrollwoche auf den ÖPNV umzusteigen. Die kantonalen Behörden deuten an, dass diese Maßnahme bei sinkenden Unfallzahlen monatlich wiederholt werden könnte, was darauf hindeutet, dass die Einhaltung der Schweizer Verkehrsregeln künftig ein zentraler Bestandteil der Planung grenzüberschreitender Einsätze bleibt.
Quelle: Frontaliere Ticino