
Internationale Absolventen, die hoffen, in Australien bleiben und arbeiten zu können, wurden am 11. März von einer Verdopplung der Antragsgebühr für das Temporary Graduate-Visum (Unterklasse 485) überrascht: von 2.300 AU$ auf 4.600 AU$ – eine Erhöhung um 100 %, die mit nur zweiwöchiger Vorankündigung durchgesetzt wurde. Das Innenministerium erklärt, die zusätzlichen Einnahmen würden zur Finanzierung von 500 neuen Sachbearbeitern und moderner, cloudbasierter Workflow-Tools verwendet. Migrationsbefürworter werfen der Regierung jedoch vor, Studierende, die bereits finanziell belastet sind, abzuzocken. Überraschenderweise zahlen Inhaber von Pässen aus Timor-Leste und 14 pazifischen Inselstaaten, darunter Fidschi, Samoa, Tonga, Vanuatu und Papua-Neuguinea, weiterhin die alte Gebühr. Behörden begründen die Ausnahme mit Australiens „besonderen Beziehungen“ zum Pazifik, ähnlich wie bei den zuvor angekündigten Ermäßigungen für Studentenvisa im Rahmen des Pacific Engagement Visa-Programms. Universities Australia warnt, dass dieser Schritt die Wettbewerbsfähigkeit Australiens gegenüber Kanada und Großbritannien schwächen könnte, die in den letzten zwölf Monaten ihre Gebühren für Post-Study-Visa eingefroren oder gesenkt haben. Bildungsexperten berichten von hektischen Anfragen von Studierenden, deren aktuelle Visa am 15. März auslaufen, wobei einige kurzfristige Kredite aufnehmen, um die Mehrkosten zu decken. Für Arbeitgeber bedeutet die Erhöhung höhere Kosten bei der Beschäftigung von Absolventen über arbeitgeberspezifische Programme, da das 485-Visum oft die Brücke zu einem Temporary Skill Shortage (TSS)-Visum oder einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung darstellt. Mobility-Teams sollten ihre Budgetannahmen für die Absolventenjahrgänge 2026-27 überprüfen und erwägen, ob eine direkte Sponsorship über die Unterklasse 482 finanziell sinnvoller ist. Langfristig signalisiert das gestaffelte Preismodell eine Bereitschaft, Visagebühren nach Nationalität zu differenzieren – ein Präzedenzfall, der auf andere temporäre Visa ausgeweitet werden könnte. Unternehmen, die Talente aus den preisbefreiten Pazifikstaaten rekrutieren, könnten einen kleinen Vorteil erhalten, während Firmen, die Fachkräfte aus Asien oder Lateinamerika anwerben, mit höheren Vorlaufkosten rechnen müssen.
Quelle: ABC News
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