
Das unscheinbare Subclass-407-Trainingsvisum – das häufig genutzt wird, um ausländische Mitarbeiter für strukturierte betriebliche Schulungen nach Australien zu holen – erfährt seine größte Reform seit einem Jahrzehnt. Ab dem 11. März 2026 müssen Sponsoren drei Anträge in strenger Reihenfolge einreichen: zunächst die Temporary Activities Sponsorship (TAS), dann die Training Nomination und erst nach deren Genehmigung das eigentliche 407-Visum. Eine gleichzeitige Antragstellung ist künftig verboten. Da die TAS-Genehmigung allein derzeit zwischen 88 Tagen und 11 Monaten dauert, haben sich die gesamten Bearbeitungszeiten auf etwa neun Monate verdreifacht, was Personalplaner zwingt, die Zeitpläne für die Integration internationaler Auszubildender neu zu überdenken. Gleichzeitig zeigen Daten des Department of Home Affairs, dass die Ablehnungsquote für 407-Visa im Geschäftsjahr 2025–26 auf 45 Prozent gestiegen ist, da Sachbearbeiter verstärkt Anträge ablehnen, die eher als „Gap-Year-Verlängerungen“ denn als echte Qualifizierungsmaßnahmen eingestuft werden. Die Änderungen wurden durch die Migration Amendment (Training Visas—Sponsorship Requirements) Regulations 2026 eingeführt, teilweise als Reaktion auf eine Gerichtsuntersuchung, die Missbrauch von Auszubildenden in der Gastronomie und im Gartenbau aufdeckte. Weitere Reformen – darunter Mindestlohnvorgaben und verpflichtende Informationsveranstaltungen vor der Abreise – sind für Mitte 2026 geplant. Für Arbeitgeber lautet die klare Botschaft: Beginnen Sie die Sponsoring-Anträge mindestens ein Jahr im Voraus, investieren Sie in detaillierte Trainingspläne, die Ziele mit ANZSCO-Codes verknüpfen, und kalkulieren Sie Kosten für Agentenunterstützung ein. Potenzielle Auszubildende sollten erst dann Flüge buchen oder aktuelle Arbeitsverhältnisse kündigen, wenn Sponsoring und Nominierung genehmigt sind. Mobility-Teams müssen möglicherweise auch alternative Wege prüfen, etwa das Temporary Skill Shortage-Visum oder kurzfristige Spezialistenprogramme für dringende Einsätze, die jedoch höhere Gehaltsanforderungen mit sich bringen. Wer sich nicht anpasst, riskiert, dass wichtige Weiterbildungsprogramme ein ganzes Geschäftsjahr lang zum Stillstand kommen.
Quelle: Edvise Hub
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