
Belgien steht vor dem bislang heftigsten Arbeitskampf seit Jahren: Am Donnerstag, den 12. März 2026, rufen die drei großen Gewerkschaftsbünde FGTB/ABVV, CSC/ACV und CGSLB/ACLVB zu einem landesweiten 24-Stunden-Streik auf. Der Ausstand richtet sich gegen festgefahrene Lohnindexierungsverhandlungen und drohende Rentenreformen, trifft aber vor allem Reisende hart. Der Flughafen Brüssel (BRU) hat bereits vorsorglich alle geplanten Abflüge und die meisten Ankünfte gestrichen, während Brüssel Süd Charleroi (CRL) den kompletten Passagierflugverkehr eingestellt hat. Die belgische Luftfahrtbehörde hat eine NOTAM mit der Anweisung „keine Abflugslots“ ab Mitternacht am 12. März herausgegeben, und die Bodenabfertiger Aviapartner und Swissport fordern die Airlines auf, Flugzeuge abzuziehen, um ein Festsetzen am Boden zu vermeiden. Die öffentlichen Verkehrsbetriebe STIB/MIVB (Brüssel), De Lijn (Flandern) und TEC (Wallonien) warnen, dass U-Bahn-, Straßenbahn- und Busverbindungen „stark eingeschränkt bis nicht vorhanden“ sein werden, was selbst die Anreise zu nicht betroffenen Flügen erschwert. Ausländische Regierungen schlagen Alarm: Das bulgarische Außenministerium veröffentlichte am 11. März eine Reisewarnung und rät Bürgern, Reisen nach Belgien zu verschieben und Flugpläne mit den Airlines abzuklären. Das marokkanische Nachrichtenportal Bladi berichtet, dass Tausende Marokkaner mit Ostertickets nun Umleitungen über Paris oder Amsterdam in Kauf nehmen müssen. Große Fluggesellschaften wie Air Canada, Brussels Airlines und Royal Air Maroc bieten kostenlose Umbuchungen oder Rückerstattungen an. Für Geschäftsreisende fällt der Streik mit Vorstandssitzungen und EU-Ratsarbeitsgruppen in Brüssel zusammen, was kurzfristige Umstellungen auf Bahnreisen oder virtuelle Formate erzwingt. Eurostar hat zwei zusätzliche Verbindungen zwischen London und Brüssel eingerichtet, warnt jedoch vor Kapazitätsengpässen an den Einwanderungskontrollen im Eurotunnel, da belgische Bundespolizisten ab 6 Uhr ebenfalls streiken. Arbeitgeber werden dringend gebeten, Notfallpläne zu aktivieren, Homeoffice zu erlauben und Meldungen zu entsandten Arbeitnehmern auf geänderte Ankunftsdaten zu prüfen. Der Konflikt könnte über Donnerstag hinaus andauern: Gewerkschaftsführer drohen mit rollierenden, branchenspezifischen Streiks, falls die Verhandlungen scheitern – was Belgiens Rolle als Logistikdrehscheibe für multinationale Unternehmen weiter lähmen könnte.
Quelle: The Sofia Globe