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Schweiz schließt Einführung des EU-Ein- und Ausreisesystems an allen Grenzen ab

Apr. 11, 2026
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Schweiz schließt Einführung des EU-Ein- und Ausreisesystems an allen Grenzen ab
Ab dem heutigen 10. April 2026 setzt die Schweiz an allen Land-, Luft- und Bahn-Grenzposten das neue biometrische Ein- und Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union ein. Damit endet die manuelle Passstempelung für Drittstaatsangehörige, und es wird ein vollständig digitales Grenzübertrittsregister eingeführt, das in Echtzeit mit allen 29 Schengen-Mitgliedstaaten geteilt wird. Das EES erfasst bei der ersten Einreise in den Schengen-Raum das Gesichtsfoto sowie vier Fingerabdrücke von Reisenden aus Nicht-EU/EFTA-Staaten. Bei weiteren Ein- und Ausreisen erfolgt die Validierung durch Abgleich der biometrischen Daten und automatische Berechnung der verbleibenden Tage gemäß der 90/180-Tage-Regel.

Die Schweizer Behörden begannen im Oktober 2025 mit der schrittweisen Installation von e-Gates und sicheren Tablets an den Flughäfen Zürich, Genf und Basel; die letzten Kontrollstellen an kleineren Straßenübergängen in Tessin und Graubünden wurden in der Nacht in Betrieb genommen – damit wurde die EU-Umsetzungsfrist um Stunden unterboten. Für Mobility-Manager in Unternehmen bringt das neue System Chancen, aber auch Herausforderungen mit sich. Einerseits müssen Fluggesellschaften nicht mehr fehlende Passstempel nachverfolgen, um Aufenthaltszeiten im Schengen-Raum zu belegen, da Abreisen automatisch erfasst werden. Andererseits werden Überziehungen der erlaubten Aufenthaltsdauer nun sofort erkannt, da es keine „Kulanzzeit“ mehr gibt, die durch unleserliche Stempel oder menschliche Fehler entsteht.

Schweiz schließt Einführung des EU-Ein- und Ausreisesystems an allen Grenzen ab


Personalabteilungen verschärfen daher ihre Überwachung der Aufenthaltsdauer und raten Vielreisenden – insbesondere britischen, US-amerikanischen und indischen Staatsangehörigen – Pufferzeiten in ihre Reisepläne einzubauen. Schweizer Flughäfen dürfen die EES-Kontrollen vorübergehend aussetzen, wenn die Wartezeiten 30 Minuten überschreiten; der Flughafen Genf kündigt an, diese Regelung während der Sommer-Hauptreisezeit möglicherweise anzuwenden. Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit rechnet damit, dass die Abfertigungszeiten für Erst-Einreisende um 25 bis 40 Prozent steigen werden, bis die biometrischen Daten aller Reisenden erfasst sind. Der Flughafen Zürich hat bereits 40 Mitarbeiter von anderen Aufgaben abgezogen, um an den neuen Kontrollstellen zu unterstützen, und warnt Unternehmen vor längeren Umsteigezeiten.

Zukünftig wird die Schweiz die EES-Daten in ihr automatisiertes System zur Validierung von Aufenthaltsbewilligungen sowie in das kommende Europäische Reiseinformations- und -genehmigungssystem (ETIAS) integrieren. Mobility-Experten erwarten, dass diese beiden Datenbanken künftig eine „One-Tap“-Freigabe für entsandte Arbeitnehmer ermöglichen, die sowohl eine Schweizer Aufenthaltskarte als auch eine gültige ETIAS-Reisegenehmigung besitzen. Dies wird grenzüberschreitende Einsätze erleichtern, aber gleichzeitig die Compliance-Anforderungen für kurzfristige Geschäftsreisende erhöhen.
Quelle: The Local Switzerland

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