
Ab dem Mittag des 10. April unterliegen alle britischen Passinhaber, die den Schengen-Raum betreten, dem neuen Ein- und Ausreisesystem (EES) der EU. ITV News berichtet, dass die herkömmlichen Stempel in den Pässen durch Fingerabdruck- und Gesichtserkennung ersetzt werden, wodurch erstmals eine vollständig digitale Erfassung jeder Ein- und Ausreise entsteht. Das System verfolgt zwei Ziele: die Sicherheit zu erhöhen, indem Überziehungen automatisch erkannt werden, und langfristig mehr elektronische Grenzkontrollen für „Wiederkehrer“ zu ermöglichen, deren biometrische Daten bereits gespeichert sind. Kinder unter 12 Jahren sind von der Fingerabdruckerfassung ausgenommen, alle anderen – einschließlich häufiger Geschäftsreisender – müssen sich bei der ersten Grenzüberquerung nach dem Startdatum registrieren. Die Umsetzung verläuft unterschiedlich. Während an vielen Flughäfen die Passagiere reibungslos gescannt werden, laufen an anderen noch parallele Verfahren oder es wird eine von der EU erlaubte „Pause“ eingelegt, um Chaos an den Feiertagswochenenden zu vermeiden. Eurostar, Eurotunnel und der Hafen von Dover registrieren Passagiere weiterhin vor der Abreise im Vereinigten Königreich, und einige Land- und Seehäfen dürfen Daten bis zu 90 Tage nachträglich hochladen. Die britische Reisebranche befürchtet Verwirrung während der Umstellungsphase. ABTA empfiehlt Unternehmen, ihre Mitarbeiter auf längere Wartezeiten vorzubereiten, spätere Anschlussverbindungen vorzubuchen und Zeitstempel als Nachweis aufzubewahren, bis das System stabil läuft. Arbeitgeber mit Dienstreisen, die nahe an der 90-Tage-in-180-Tage-Schengen-Regel liegen, sollten die Reisehistorie genau prüfen; digitale Aufzeichnungen machen unbeabsichtigte Überziehungen für Grenzbeamte deutlich sichtbarer und könnten künftige Geschäftsvisaanträge gefährden. Derzeit lautet der beste Rat: ausreichend Zeitpuffer einplanen und Geduld bewahren. Nach der Registrierung sollten künftige Grenzübertritte schneller gehen – doch die Anlaufphase könnte bis zum Sommer-Hochbetrieb andauern.
Quelle: ITV News
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