
Die Anwaltskammer Madrid (ICAM) hat am 13. April scharfe Kritik an einer neuen Informationskampagne des Ministeriums für Inklusion, Soziale Sicherheit und Migration geübt. Ihrer Ansicht nach vermittelt die Kampagne den Eindruck, Migranten könnten bei Anträgen auf Aufenthalt oder Legalisierung „auf spezialisierte Rechtsberatung verzichten“. ICAM betont, dass der Zeitpunkt kaum ungünstiger sein könnte: Hunderttausende bereiten sich derzeit auf die bevorstehende Massenlegalisierung in Spanien vor. Die Kammer warnt, dass das Entfernen von Anwälten aus offiziellen Leitfäden zu unvollständigen oder fehlerhaften Anträgen führen kann, was zukünftige Verlängerungen gefährdet oder die Antragsteller unqualifizierten Beratern ausliefert. Der Streit erinnert an Spannungen vom letzten Herbst, als ein ähnliches Video des Ministeriums nach Beschwerden der Anwaltskammern zurückgezogen wurde, weil es den Berufsstand herabwürdigte. Diesmal hat ICAM Ministerin Elma Saiz ein offizielles Schreiben geschickt und fordert die sofortige Rücknahme oder Überarbeitung des Materials. Für Arbeitgeber, die auf externe Rechtsberatung bei Arbeitserlaubnissen und Entsendungen setzen, unterstreicht der Konflikt den Wert qualifizierter juristischer Unterstützung angesichts sich schnell ändernder Vorschriften. Mobility-Manager sollten sicherstellen, dass interne FAQs oder Mitarbeiterschreiben auf qualifizierte Anwälte verweisen und nicht nur auf „kooperierende Stellen“, wie sie in den Broschüren des Ministeriums genannt werden. Sollte das Ministerium ohne Änderungen weitermachen, deuten die Anwaltskammern mögliche rechtliche Schritte wegen Berufsverunglimpfung an. Dies könnte die Veröffentlichung offizieller Leitlinien zur Legalisierung verzögern und damit auch die Öffnung der Online-Antragsportale – ein erhebliches Risiko für Personalabteilungen, die Schattenarbeitsverhältnisse in formelle Verträge überführen wollen.
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