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Griechenland verzichtet bei Briten auf EES-Biometrie – Wird Frankreich nachziehen?

Apr. 22, 2026
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Griechenland verzichtet bei Briten auf EES-Biometrie – Wird Frankreich nachziehen?
In einer überraschenden Wendung des brandneuen Ein- und Ausreisesystems der EU hat Griechenland britische Staatsbürger einseitig von der verpflichtenden biometrischen Erfassung ausgenommen, die nun für die meisten Drittstaatsangehörigen gilt. Die griechische Botschaft in London bestätigte die Regelung am 20. April 2026 mit der Begründung, dass sie den Passagierfluss vor dem Sommeransturm erleichtern soll. Die Entscheidung löste sofort Spekulationen aus, ob andere touristische Hochburgen – darunter auch Frankreich – diesem Beispiel folgen könnten.

The Connexion, der englischsprachige Nachrichtendienst aus Frankreich, weist darauf hin, dass die französischen Behörden bereits „operative Ermessensspielräume“ nutzen, indem sie die Registrierung im Hafen von Dover aussetzen, wenn sich die Warteschlangen auf britische Straßen ausdehnen. Allerdings betonen die Verantwortlichen, dass diese Pausen zeitlich begrenzt und an Brüssel gemeldet werden; Paris hat keinerlei Anzeichen dafür gegeben, eine generelle Ausnahme für irgendeine Nationalität zu gewähren. Brancheninsider sind der Ansicht, dass Frankreichs vielfältige Touristenbasis und der Wunsch, als EU-Ratsvorsitzender in der zweiten Jahreshälfte 2026 regulatorische Glaubwürdigkeit zu bewahren, eine griechische Sonderregelung unwahrscheinlich machen.

Griechenland verzichtet bei Briten auf EES-Biometrie – Wird Frankreich nachziehen?


Für britische Ferienhausbesitzer und Geschäftsreisende, die häufig den Ärmelkanal überqueren, ist der Unterschied deutlich spürbar. Ein Pendler zwischen London und Marseille, der in Athen auf biometrische Erfassung verzichten kann, wird in Nizza oder Lyon dennoch Fingerabdrücke abgeben müssen. Reiseveranstalter stehen daher vor neuen Herausforderungen bei der Einhaltung der Vorschriften, wenn sie britische Kunden auf einer einzigen Reise durch mehrere Schengen-Ziele führen.

Französische Flughäfen beobachten die Entwicklungen genau. Nicolas Paulissen, Generalsekretär der Union des Aéroports Français, erklärte gegenüber The Connexion, dass viele größere Flughäfen die biometrische Registrierung bereits für kurze Zeit aussetzen, wenn die Warteschlangen länger als zwei Stunden sind. Eine dauerhafte Ausnahme würde jedoch Software- und Personaländerungen erfordern und mit hoher Wahrscheinlichkeit die Aufmerksamkeit Brüssels auf sich ziehen.

Für den Moment sollten Mobilitätsteams davon ausgehen, dass Frankreich die vollständige Durchsetzung des EES beibehält. Reisende, die über Griechenland einreisen und nach Frankreich weiterreisen, müssen sich an der ersten französischen Grenze registrieren, was bei mehrstufigen Reiserouten zu unerwarteten Wartezeiten führen kann.
Quelle: The Connexion

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