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Erste Woche des EU-Ein- und Ausreisesystems: Lange Warteschlangen an den französischen Grenzen

Apr. 19, 2026
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Erste Woche des EU-Ein- und Ausreisesystems: Lange Warteschlangen an den französischen Grenzen
Nur acht Tage nach dem Start des neuen biometrischen Ein- und Ausreisesystems (EES) der Europäischen Union am 10. April 2026 spüren die französischen Grenzposten bereits erhebliche Belastungen. Der Lagebericht von Indrastra vom 18. April beschreibt durchschnittliche Wartezeiten von 45 Minuten am Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle während der Nachmittags-Hauptverkehrszeiten sowie Lkw-Staus von bis zu drei Kilometern vor dem Eurotunnel-Frachtterminal in Coquelles. Die Betreiber geben zu, dass die Registrierung – vier Fingerabdrücke und ein Live-Gesichtsbild für jeden Nicht-EU-Reisenden – pro Person 30 bis 50 Sekunden dauert, deutlich länger als der zuvor übliche fünfsekündige Passstempel.

Hintergrund: Frankreich verzeichnete 2025 mit 89 Millionen ausländischen Ankünften mehr als jedes andere Schengen-Land; daher drängte die französische Grenzpolizei darauf, als erstes „EES-bereit“ zu sein. Über 240 Millionen Euro flossen in hunderte Selbstbedienungskioske an Flughäfen, Fährhäfen und den gemeinsamen Kontrollen in Dover und Folkestone. Dennoch warnten Polizeigewerkschaften, dass die Personalplanung auf optimalen Durchsatz ausgelegt sei und nicht auf realen Testdaten basiere. Fluggesellschaften beklagen zudem, dass ihnen kaum Zeit blieb, die Passagierströme neu zu organisieren.

Erste Woche des EU-Ein- und Ausreisesystems: Lange Warteschlangen an den französischen Grenzen


Auswirkungen auf Unternehmen: Geschäftsreisende berichten von verpassten Anschlussflügen und zusätzlichen Hotelübernachtungen bei Transit über Paris und Nizza. Eurostar empfiehlt Firmen, ihre Mitarbeiter **90 Minuten** vor Abflug am Bahnhof einzutreffen – statt wie vor EES nur 45 Minuten. Logistikunternehmen, die Just-in-Time-Komponenten über den Ärmelkanal transportieren, klagen über Vertragsstrafen, wenn Fahrer ihre Lieferfenster bei britischen Fabriken verpassen. Einige multinationale Konzerne leiten dringende Fracht nun über Zeebrügge oder per Luftfracht nach Birmingham um, um französische Engpässe zu umgehen.

Empfehlungen: Arbeitgeber sollten längere Zeitpuffer in Reisepläne einbauen, Mitarbeiterdaten vorab in die Advance Passenger Information (API)-Systeme der Fluggesellschaften einspeisen und Reisende anweisen, nach der Ankunft direkt zur Passkontrolle zu gehen. Das Innenministerium versichert, dass die Bearbeitungszeiten nach Abschluss der „Erstregistrierung“ – jede Anmeldung gilt drei Jahre – sinken werden, räumt aber ein, dass das lange Wochenende ab dem 8. Mai „sehr herausfordernd“ werden könnte.

Ausblick: Ab dem vierten Quartal 2026 wird die separate ETIAS-Reisegenehmigung eine weitere bürokratische Hürde für visumfreie Besucher darstellen. Unternehmen mit hohem Kurzzeitreiseaufkommen prüfen bereits Agenturlösungen, die ETIAS-Anträge mit Flugbuchungen bündeln. Flughäfen drängen die EU zudem, die derzeitige Richtlinie von einem Kiosk pro Bus bei Gruppenankünften zu erhöhen.
Quelle: Indrastra Global

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