
Hoteliers, Gastronomen, Seilbahn-Betreiber und Verantwortliche im Destinationsmarketing versammelten sich am späten 24. April in Basel, um vor der sogenannten „Chaos-Initiative“ der Rechtsextremen zu warnen. Sollte diese am 14. Juni in der Volksabstimmung angenommen werden, drohe der Schweiz eine erhebliche Einschränkung ihrer internationalen Vernetzung. Die Initiative will die Nettozuwanderung begrenzen und könnte die sogenannte Guillotine-Klausel auslösen, die die Schengen- und bilateralen EU-Abkommen der Schweiz beendet. Branchenvertreter präsentierten wirtschaftliche Modellrechnungen, wonach die Wiedereinführung vollständiger Grenzkontrollen an Flughäfen jährliche Mehrkosten von 180 Millionen CHF verursachen und rund 1,7 Millionen Übernachtungen entfallen würden – was einem Verlust von 1,2 Milliarden CHF an Tourismuseinnahmen entspricht. Kleinere Alpenorte, die stark auf EU-Saisonarbeitskräfte angewiesen sind, warnten vor Personalmangel, der in den Spitzenwochen des Winters zu teilweisen Betriebsschließungen führen könnte. Die von der Schweizer Hoteliervereinigung angeführte Koalition kündigte eine mehrsprachige Wählerkampagne an, die sich vor allem an die städtischen Kantone richtet, in denen die Wahlbeteiligung traditionell niedrig ist. Auch Geschäftsreisemanager meldeten sich zu Wort und betonten, dass der Schengen-Zugang in vielen Expat-Verträgen Voraussetzung sei und ein Verlust dieser Vereinbarungen dazu führen könnte, dass multinationale Konzerne regionale Funktionen nach Österreich oder Deutschland verlagern. Die Akteure riefen Unternehmen dazu auf, ihre ausländischen Mitarbeitenden über mögliche Unsicherheiten bei Aufenthaltsbewilligungen zu informieren und mögliche Visapflichten in die Budgetplanung für 2027 einzubeziehen. Der Bundesrat lehnt die Initiative ab, doch Umfragen zeigen eine gespaltene Wählerschaft, weshalb die Mobilisierung der Wirtschaft entscheidend sein wird.
Quelle: Help.ch / Swiss-Press