
Rund 600 Aktivisten aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich versammelten sich am 22. April im Grenzdreieck Basel/Weil am Rhein, um gegen die bevorstehende Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) der EU zu protestieren. Zwei Demonstrationszüge – einer startete in Basel, der andere in Weil – zogen am Abschiebezentrum Bässlergut vorbei, wo mehrere Inhaftierte im Hungerstreik sind, bevor sie sich zu einer gemeinsamen Kundgebung im Rheinpark trafen. Redner von der Schweizer Gruppe Pikett Asyl, dem deutschen Netzwerk Aktion Bleiberecht und der französischen NGO La Cimade warnten, dass das GEAS-Paket, das am 12. Juni 2026 in Kraft treten soll, die grenznahen Verfahren mit Haftcharakter normalisieren und die Liste der „sicheren Drittstaaten“ erweitern wird, was viele Asylanträge effektiv blockiert. Zudem kritisierten sie die Schweiz dafür, härtere Dublin-Rückführungsregeln zu unterstützen, obwohl sie kein EU-Mitglied ist. Für Mobilitäts- und Umsiedlungsteams sind die Reformen relevant, da sie die Kontrollen bei der Sekundärbewegung innerhalb des Schengen-Raums verschärfen. Sobald die neuen Regeln gelten, können Asylsuchende, die in das erste EU-Einreiseland zurückgeschickt werden, bis zu zwei Jahre inhaftiert werden – ein Faktor, der humanitäre Entsendungen oder unternehmensfinanzierte Talentprogramme für Geflüchtete erschweren könnte. Unternehmen in der Oberrheinregion sollten mit verstärkten Identitätskontrollen an den normalerweise offenen Grenzübergängen Basel–Weil und Basel–Saint-Louis rechnen, da französische und deutsche Behörden ihre GEAS-konformen Kontrollverfahren testen. Grenzgänger – insbesondere mit Nicht-EU-Pässen – sollten einen Nachweis über ihren Schweizer Wohnsitz und ihre Beschäftigung mitführen, um Verzögerungen zu vermeiden. Schweizer Behörden betonen, dass die Schengen-Freizügigkeitsregelungen bestehen bleiben, räumen aber ein, dass „gezielte, risikobasierte Kontrollen“ mit EU-Recht vereinbar sind. Aktivisten kündigen unterdessen an, den Druck auf Bern und Brüssel aufrechtzuerhalten und weitere Demonstrationen in Straßburg und Konstanz vor dem Inkrafttreten im Juni zu planen.
Quelle: Untergrund Blättle
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