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Polen wird komplett digital: MOS 2.0 Portal wird für alle Anträge auf Aufenthaltserlaubnis Pflicht

Apr. 30, 2026
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Polen wird komplett digital: MOS 2.0 Portal wird für alle Anträge auf Aufenthaltserlaubnis Pflicht
Polen hat eine der umfassendsten Reformen seiner Einwanderungsinfrastruktur seit Jahrzehnten gestartet. In den frühen Morgenstunden des 27. April aktivierte das Amt für Ausländer (UdSC) MOS 2.0 – das zweite Generation des Fallmanagement-Portals „Moduł Obsługi Spraw“. Ab dieser Woche nehmen die regionalen Woiwodschaftsämter keine Papieranträge mehr für befristete, unbefristete oder langfristige EU-Aufenthaltserlaubnisse an.

Das bedeutet, dass jeder Ausländer – vom Facharbeiter mit nationalem Visum bis zum Führungskraft-Transfer mit EU-ICT-Erlaubnis – nun über eine einheitliche nationale Plattform beantragen muss. MOS 2.0 verifiziert die Identität der Antragsteller über Polens weit verbreitetes „Profil Zaufany“ (vertrauenswürdiges Profil) oder eine EU-eID und zieht Daten direkt aus nationalen Bevölkerungs-, Steuer- und Sicherheitsregistern.

Laut UdSC verkürzt die Integration die Bearbeitungszeiten um „mehrere Wochen“, verhindert verlorene Dokumente und schafft eine digitale Prüfspur, auf die regionale Behörden in Echtzeit zugreifen können. Für Arbeitgeber bedeutet das vor allem organisatorischen Aufwand: Personalabteilungen müssen sicherstellen, dass Entsandte vor der Ankunft eine PESEL-Nummer erhalten und ein vertrauenswürdiges Profil einrichten.

Polen wird komplett digital: MOS 2.0 Portal wird für alle Anträge auf Aufenthaltserlaubnis Pflicht


Während Dritte weiterhin Anträge vorbereiten können, erfordert das digitale System an entscheidenden Punkten die sichere Unterschrift des Ausländers, weshalb Vollmachtsregelungen angepasst werden müssen. Unternehmen, die bisher auf Kurierdienste oder persönliche Termine setzten, müssen Mitarbeiter neu schulen und Onboarding-Checklisten aktualisieren.

Behörden warnen, dass es in den ersten zwei Wochen zu zeitweisen Verzögerungen kommen kann, während regionale Server mit den zentralen Datenbanken synchronisieren. Langfristig soll MOS 2.0 jedoch die Bearbeitung in den oft uneinheitlichen Woiwodschaften vereinheitlichen, den Status von Fällen leichter nachvollziehbar machen und den Aktenwechsel bei Mitarbeiterwechseln – etwa von Krakau nach Breslau – erleichtern.

Strategisch unterstreicht der Start den Wettbewerb Warschaus mit Prag und Budapest um knappe Fachkräfte aus Technologie und Industrie. Indem Polen bürokratische Hürden abbaut, während das EU-Ein- und Ausreisesystem die Außengrenzen verschärft, signalisiert das Land, dass es ein attraktiver Standort für hochqualifizierte Drittstaatsangehörige bleiben will – und dass künftige Reformen wie E-Visa und digitale Aufenthaltstitel auf derselben Plattform aufbauen werden.
Quelle: News Minimalist / Gov.pl

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