
Das polnische Ministerium für Familie, Arbeit und Sozialpolitik bestätigte am 28. April 2026, dass die Anzahl der im ersten Quartal ausgestellten Arbeitserlaubnisse vom Typ A im Jahresvergleich um 12 Prozent zurückgegangen ist. Verantwortlich für den Rückgang ist eine Reform der Migrationspolitik, die am 1. Januar in Kraft trat. Diese verdoppelte die staatlichen Gebühren für Großunternehmen, führte stichprobenartige Arbeitsplatzkontrollen ein und koppelte die Quoten an offiziell bestätigte Arbeitskräftemangel-Listen. Nach den neuen Regeln müssen Unternehmen, die mehr als 50 Arbeitserlaubnisse pro Kalenderjahr beantragen, die Gebühren elektronisch im Voraus bezahlen und Nachweise über Bemühungen zur Rekrutierung polnischer oder EU-Bürger vorlegen. Die Ablehnungsquoten sind besonders in den Branchen Bau und Gastgewerbe gestiegen, die zuvor stark auf Niedriglohnkräfte aus der Ukraine und Georgien angewiesen waren. Wirtschaftsverbände warnen, dass die zusätzlichen Kosten – 440 PLN pro Erlaubnis plus eine „Compliance-Kaution“ von 2.000 PLN – kleinere Subunternehmer in den informellen Markt drängen könnten. Regierungssprecher entgegnen, dass viele Ausländer ihren Aufenthalt inzwischen eher über Aufenthaltstitel als über Arbeitserlaubnisse legalisieren, ein Trend, der sich mit dem Start des MOS-Onlineportals in dieser Woche voraussichtlich beschleunigen wird. Zudem verweisen sie auf neu geschaffene Schnellverfahren für strategisch wichtige Branchen wie IT, erneuerbare Energien und Hightech-Fertigung. Für globale Mobilitätsteams ist die Botschaft klar: Traditionelle Wege zur Arbeitserlaubnis werden teurer und bürokratischer, während alternative auf Aufenthaltstiteln basierende Verfahren bei Erfüllung der Gehaltsanforderungen schnelleren Zugang ermöglichen können. Arbeitgeber sollten ihre Personalplanungsmodelle überprüfen und höhere Vorauszahlungen einplanen, während sich der Arbeitsmarkt anpasst. Migrationsberater rechnen vor der Hauptanwerbesaison im Herbst mit weiteren Anpassungen. Unternehmen, die echte Engpässe nachweisen und eine solide Compliance-Historie vorweisen können, haben die besten Chancen, Erlaubnisse ohne Verzögerungen zu erhalten.
Quelle: TVP World