
Die polnische Tageszeitung *Rzeczpospolita* veröffentlichte am 7. Mai aktuelle Zahlen, wonach seit Wiedereinführung der temporären Grenzkontrollen im Juli 2025 fast 1,3 Millionen Reisende an den deutschen und litauischen Grenzen kontrolliert wurden. Innerhalb des sechsmonatigen Beobachtungszeitraums wurde 924 Personen die Einreise verweigert, zudem wurden 505 mutmaßliche Schmuggler oder Menschenhändler festgenommen, viele davon im Zusammenhang mit Drogen- und Menschenschmuggelringen. Die Kontrollen – ursprünglich als Reaktion auf deutsche Überprüfungen bei Einreisen aus Polen eingeführt – wurden letzte Woche erneut bis zum 1. Oktober 2026 verlängert. Innenministeriumsvertreter begründen die Maßnahmen mit dem „operativen Erfolg“: 29 als Sicherheitsrisiko eingestufte Personen wurden in EU-Datenbanken identifiziert und große Mengen Drogen beschlagnahmt. Die Meinungen in der Wirtschaft sind gespalten. Logistikunternehmen, die Just-in-Time-Teile über den *Autobahn*-Korridor transportieren, beklagen längere Transitzeiten und mehr Bürokratie, während Sicherheitsexperten betonen, dass das Schengen-„Sicherheitsventil“ den Menschenschmuggel über den Suwałki-Korridor eingedämmt hat. Für Mobilitätsmanager ist die Botschaft klar: Der grenzüberschreitende Landverkehr zwischen Polen, Deutschland und Litauen wird weiterhin stichprobenartige Passkontrollen, Fahrzeugkontrollen und mögliche Verzögerungen an 29 Straßen- und Bahnübergängen mit sich bringen. Unternehmen sollten zusätzliche Transitzeiten einplanen, sicherstellen, dass Fahrer einen Nachweis über einen schengen-konformen Aufenthalt (Visum oder 90/180-Tage-Regelung) mitführen und künftige Verlängerungen im Blick behalten.
Quelle: Rzeczpospolita