
Grenzschutzinspektoren in Radom gaben am 7. Mai 2026 bekannt, dass sie bei einer Prüfung eines einzigen Transportunternehmens mit 131 nicht-polnischen Fahrern 58 Fälle illegaler Arbeitseinsätze aufgedeckt haben. Die Verstöße reichten von Tätigkeiten außerhalb des Geltungsbereichs der ausgestellten Arbeitserlaubnisse bis hin zur Nichtmeldung von Arbeitsverträgen bei den örtlichen Arbeitsämtern vor Arbeitsbeginn. Die Prüfung ist Teil einer landesweiten Verschärfung der Kontrollen im Straßengüterverkehr, der zunehmend Fahrer aus der Ukraine, Georgien und Zentralasien anwirbt, um den Arbeitskräftemangel zu beheben. Nach dem polnischen Ausländereinstellungsgesetz drohen Unternehmen Bußgelder von 3.000 bis 50.000 PLN (ca. 709 bis 11.800 €) pro Verstoß sowie eine mögliche Aussetzung der Transportdienstleistungslizenz. Branchenverbände berichten, dass sich die Zahl der unangekündigten Kontrollen seit Januar verdoppelt hat, was mit den neuen EU-Richtlinien zum Straßenverkehrspaket zusammenfällt, die von Fahrern, die in andere Mitgliedstaaten entsandt werden, elektronische IMI-Erklärungen verlangen. Arbeitgeber bemühen sich, die polnischen Arbeitserlaubnisformalitäten mit den EU-Entsenderegeln in Einklang zu bringen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Tachographendaten mit den vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten übereinstimmen. Fachkräfte im Logistikbereich sollten interne Compliance-Prüfungen durchführen, gescannte Kopien der Verträge im Fahrzeug mitführen und überprüfen, ob die Tätigkeit jedes Fahrers mit der Beschreibung auf der Typ-A-Arbeitserlaubnis oder der Saisonarbeitserlaubnis übereinstimmt. Unterlassungen führen nicht nur zu Bußgeldern, sondern können auch grenzüberschreitende Lieferungen verzögern und die Einhaltung von Service-Level-Agreements in der Lieferkette gefährden.
Quelle: Logos-Press