
Außenministerin Anita Anand wird am Montag in Brüssel einen Gipfel mitveranstalten, der darauf abzielt, die Rückkehr von schätzungsweise 20.000 ukrainischen Minderjährigen zu beschleunigen, die gewaltsam nach Russland oder in von Russland besetzte Gebiete gebracht wurden. Anand erklärte vor ihrer Abreise gegenüber The Canadian Press, Ottawa setze verstärkt auf praktische Maßnahmen – von forensischer Kindersuche bis hin zu sicheren Transportwegen –, um durch den Krieg getrennte Familien wieder zusammenzuführen. Kanada gründete Ende 2024 die Internationale Koalition zur Rückführung ukrainischer Kinder mit und stellt seitdem forensische Expertise, DNA-Abgleichtechnologie sowie finanzielle Unterstützung für NGOs bereit, die Fluchtkorridore betreiben. Bisher konnten etwa 2.000 Kinder wiedervereint werden; Forscher der Yale University gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Entführten bis zu 35.000 betragen könnte. Beim Treffen in Brüssel wird Kanada zusätzliche Mittel für mobile Konsularteams zusagen und einen vereinfachten temporären Aufenthaltsweg vorstellen, der es wiedervereinten Familien ermöglicht, bis zu drei Jahre in Kanada zu bleiben, um sich zu erholen und weitere Schritte zu planen. Beamte betonen, dass die spezielle Visakategorie in weniger als fünf Tagen bearbeitet werden kann und Antragsteller von biometrischen Gebühren befreit sind. Die Initiative hat sowohl diplomatische als auch humanitäre Bedeutung. Sie stärkt Kanadas „Netzwerkdiplomatie“, bei der Partnerschaften mit unkonventionellen Verbündeten wie Katar und Chile genutzt werden, um Druck auf Russland auszuüben und Transfers zu erleichtern. Die Arbeit fließt zudem in Kanadas umfassendere Mobilitätsagenda ein, die Familienzusammenführung und Kinderschutz als Grundpfeiler einer „wertorientierten“ Einwanderungsstrategie sieht. Für multinationale Arbeitgeber, die ukrainische Fachkräfte nach Kanada holen, könnte der neue Weg die Unterstützung von Mitarbeitenden mit minderjährigen Angehörigen in der Region erleichtern. Einwanderungsanwälte raten Personalabteilungen, die kommenden ministeriellen Anweisungen genau zu verfolgen, um die Option schnell in Mobilitätspolitiken zu integrieren.
Quelle: iNFOnews / The Canadian Press
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