
Zum Abschluss des Global Progress Action Summit 2026 in Toronto am Samstag betonte Premierminister Mark Carney, dass eine proaktive statt reaktive Steuerung der Einwanderung entscheidend ist, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in offene Volkswirtschaften wiederherzustellen. Vor einem Publikum, zu dem auch der ehemalige US-Präsident Barack Obama und europäische Minister gehörten, erklärte Carney, dass wirtschaftliche Unsicherheit, Wohnraummangel und Störungen durch Künstliche Intelligenz eine „Politik der Unzufriedenheit“ befeuern, die die liberale Ordnung bedroht. Kanadas Antwort darauf sei zweigleisig: Investitionen in nationenbildende Infrastruktur wie den neuen Staatsfonds sowie die Modernisierung von Instrumenten zum Bevölkerungswachstum wie Express Entry, um Fachkräfte anzuziehen und Ausbeutung zu verhindern. Carney verwies auf jüngste Anpassungen, die den Provinzen mehr Kontrolle über regionale Talentgewinnung geben, sowie auf die Agentur Build Canada Homes, die Bundesland für 250.000 neue Wohneinheiten reserviert hat, um Engpässe bei der Ansiedlung zu entschärfen. Zudem stellte er ein „Integrationsabkommen“ in Aussicht – ein Maßnahmenpaket, das im Herbst im Wirtschaftsbericht vorgestellt werden soll und Einwanderungsziele an überprüfbare Kennzahlen zu Wohnraum, Gesundheitsversorgung und Verkehrskapazitäten koppelt. Obwohl noch wenig Details bekannt sind, signalisiert das Konzept Ottawas Absicht, Mobilitätsplanung mit Finanzpolitik zu verknüpfen – ähnlich wie in Australien und den Niederlanden. Für Arbeitgeber bedeuten Carneys Ausführungen, dass arbeitsmarktbezogene Programme wie der Global Talent Stream und die Fachkräftekategorie des Kanada–USA–Mexiko-Abkommens (CUSMA) weiterhin Priorität haben, jedoch mit verstärkter Kontrolle der Einhaltung. Mobilitätsmanager sollten mit zusätzlichen Berichtspflichten zu Lohngleichheit und Unterstützungsleistungen bei der Verlängerung von Arbeitserlaubnissen im Jahr 2027 rechnen. Der Gipfel verdeutlicht, wie Einwanderung von einem Nischenthema zu einem makroökonomischen Hebel geworden ist – und wie Unternehmen ihre Personalplanung an ein stärker datenbasiertes, kapazitätsorientiertes Einwanderungssystem anpassen müssen.
Quelle: CityNews / The Canadian Press
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