
Die nationale Fluggesellschaft Finnair gab am 17. Mai bekannt, dass sie vorsorglich rund 300 Flüge für den 9. und 13. Dezember streichen wird, nachdem die finnische Pilotenvereinigung (SLL) für diese Tage offizielle Streikankündigungen eingereicht hatte. Die Ausfälle betreffen sowohl europäische als auch Inlandsflüge und machen etwa ein Drittel der täglichen Abflüge von Finnair aus. Passagiere werden umgebucht oder erhalten eine Rückerstattung; Langstreckenflüge sollen zwar stattfinden, könnten jedoch zeitliche Änderungen erfahren. Der Streit dreht sich um Gehaltsentwicklung und Dienstpläne. Die SLL argumentiert, dass die tatsächlichen Einkünfte der Piloten seit den pandemiebedingten Zugeständnissen hinter denen anderer nordischer Airlines zurückbleiben, und fordert strengere Ruhezeiten zwischen den Einsätzen zur Bekämpfung von Ermüdung. Finnair entgegnet, dass sich die Erholung nach Covid noch in einem fragilen Zustand befinde und zusätzliche Fixkosten die Pläne zur Flottenerneuerung gefährden würden. Die frühzeitige Ankündigung von Finnair soll Firmenreisemanagern sieben Monate Vorlaufzeit geben, um Winterdienstpläne und Urlaubsreisen anzupassen. Dennoch deutete die Airline an, dass ein Scheitern der Verhandlungen zu einem umfassenderen zweiwöchigen Streik führen könnte, der mit dem geschäftigen Unabhängigkeitstags-Wochenende in Finnland zusammenfällt. Aus globaler Mobilitätsperspektive sollten Unternehmen mit Projektteams in Finnland im Dezember alternative Routen über skandinavische Drehkreuze einplanen oder Bahnverbindungen auf den wichtigen Strecken Helsinki–Tampere und Helsinki–Turku in Betracht ziehen. Reisemanagement-Teams wird empfohlen, die laufenden Vermittlungen unter der Leitung des finnischen Nationalen Schlichters genau zu verfolgen. Die Streikdrohung verschärft die ohnehin angespannte Lage am Flughafen Helsinki, wo seit Januar fast monatlich vierstündige Warnstreiks von Gepäckabfertigern und Bodenpersonal stattfinden. Die wiederholten Arbeitsniederlegungen beeinträchtigen die Pünktlichkeitsbilanz Helsinkis und zwingen Arbeitgeber, die Möglichkeiten für Remote-Arbeit bei ankommenden Entsandten auszuweiten.
Quelle: AK&M Newswire