
Reisende, die regelmäßig mit dem Auto, dem Schiff oder dem Zug die franco-schweizerische Grenze rund um den Genfersee überqueren, müssen sich im nächsten Monat für neun Tage auf systematische Passkontrollen einstellen. In einer Mitteilung vom 27. Mai 2026 gab der Schweizer Bundesrat bekannt, dass er die Freizügigkeitsregeln des Schengen-Raums vom 10. bis 19. Juni vorübergehend aussetzt, um den Gipfel der G7-Staats- und Regierungschefs in Évian-les-Bains, Frankreich, vom 15. bis 17. Juni abzusichern. Obwohl die Schweiz nur Gastgeber des Sicherheitsperimeters ist – Polizei- und Cyberabwehrzentralen für den Gipfel befinden sich in Lausanne – liegt der Veranstaltungsort nur 12 km von der Schweizer Uferseite entfernt. Die Behörden argumentieren daher, dass potenzielle Demonstrationen, VIP-Ankünfte und „unvorhersehbare Bedrohungen“ ebenso gut von ihrer Seite des Sees ausgehen könnten. Die Kontrollen gelten an allen Straßen- und Bahnübergängen nach Frankreich sowie für Freizeitboote und Fähren auf dem Genfersee. Der gewerbliche Güterverkehr wird über ausgewiesene Spuren geleitet, doch Fahrer sollten mit Stichprobenkontrollen und längeren Wartezeiten rechnen. Diese Maßnahme ist Teil eines allgemeinen Anstiegs der Kontrollen innerhalb des Schengen-Raums. Die gleiche Mitteilung vom 27. Mai auf dem Grenzlogistik-Portal Trans.info bestätigte, dass die Niederlande und Italien ihre internen Kontrollen ebenfalls mindestens bis zum Herbst verlängert haben, mit Verweis auf irreguläre Migration und Terrorismusrisiken. Während diese Maßnahmen Frankreich direkt nur begrenzt betreffen, signalisieren sie eine zunehmend fragmentierte Reisewelt, die Unternehmen mit europaweit reisenden Mitarbeitern nicht mehr ignorieren können. Für Manager der globalen Mobilität lautet die Botschaft klar: Planen Sie zusätzliche Pufferzeiten für Reisen über Genf und angrenzende französische Regionen wie die Haute-Savoie ein; erinnern Sie Mitarbeiter daran, auch auf scheinbar routinemäßigen inner-europäischen Reisen ihren Pass mitzuführen; und überwachen Sie Spediteure auf mögliche Überschreitungen der Lenkzeiten. Kleinere grenzüberschreitende Dienstleister – etwa IT-Freiberufler mit Sitz in Lausanne, die Kunden in Annecy betreuen – sollten erwägen, die speziellen G7-Schnellpässe der französischen Police aux Frontières zu beantragen (derzeit nur für geprüfte Logistik- und Medienmitarbeiter verfügbar). Wie bei früheren Gipfeln wird erwartet, dass die Kontrollen um 00:00 Uhr am 20. Juni aufgehoben werden, doch die Schweizer Polizei behält sich vor, sie bei Bedarf auf Grundlage von Geheimdienstinformationen zu verlängern.
Quelle: Trans.info