
Das Bundesamt für Statistik (BFS) der Schweiz berichtete am 29. Mai 2026, dass ergänzende Unterkünfte – darunter Campingplätze, Jugendherbergen und Ferienwohnungen – im Jahr 2025 insgesamt 18,1 Millionen Übernachtungen verzeichneten, was einem Anstieg von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Hauptwachstumstreiber war die ausländische Kundschaft, deren Nachfrage um fast 10 Prozent auf 6,3 Millionen Nächte stieg, da europäische Reisende angesichts des starken Frankenkurses kostengünstigere Alternativen suchten. Gewerbliche Ferienwohnungen blieben mit 7,4 Millionen Übernachtungen das größte Segment. Die Region Genfersee verzeichnete die höchste Nachfrage, gefolgt von der Ostschweiz; beide Gebiete profitieren von Hochgeschwindigkeitszugverbindungen, die Wochenendtrips für Besucher aus Frankreich und Süddeutschland ermöglichen. Campingplätze verzeichneten mit einem Plus von 8,2 Prozent den stärksten Zuwachs, was das BFS auf die nachpandemische Beliebtheit des „Van-Life“ und flexibles Arbeiten zurückführt, die längere Roadtrips ermöglichen. Zusammen mit traditionellen Hotels erreichte die Schweiz 2025 einen Rekordwert von 62 Millionen Übernachtungen. Die Daten bestätigen Berichte von Relocation-Anbietern, die beobachten, dass Expatriates auf Kurzzeitaufenthalten zunehmend serviced Apartments Hotels vorziehen, um Kosten zu sparen. Arbeitgeber sollten ihre Spesenregelungen überdenken: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Ferienwohnungen liegt inzwischen bei 5,9 Nächten – deutlich länger als bei typischen Geschäftsreisen. Für Destination-Manager unterstreicht der Anstieg die Notwendigkeit, die Bettenkapazitäten vor dem G7-Gipfel und der Wintersaison 2026/27 zu diversifizieren. Die kantonalen Tourismusverbände setzen sich für eine vereinfachte Genehmigung von temporären modularen Unterkünften ein, um Preisspitzen zu vermeiden, die Konferenzveranstalter abschrecken könnten. Praktischer Tipp: Mitarbeitende, die mit Familien während der Hochsaison Juli–August umziehen, sollten ihre Unterkunft mindestens drei Monate im Voraus buchen; die Auslastung in beliebten Seeregionen liegt für den Sommer 2026 bereits über 80 Prozent.
Quelle: Federal Statistical Office