
Urlauber und Geschäftsreisende aus den VAE, die über Europa reisen, erlebten am vergangenen Wochenende die bisher größten Störungen, als das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) der EU am 31. Mai von der Pilotphase in den Vollbetrieb überging. Das biometrische Programm ersetzt das bisherige Stempeln im Reisepass durch die Erfassung von Fingerabdrücken und Gesichtserkennung für alle Nicht-EU-Bürger bei jeder Ein- und Ausreise im Schengen-Raum. Am Montag, dem 1. Juni, wurden an den Flughäfen Amsterdam Schiphol, Lissabon, Mailand Malpensa und Warschau Chopin Wartezeiten von über zwei Stunden gemeldet. Reisebüros in den VAE berichteten gegenüber Gulf News, dass verpasste Anschlussflüge inzwischen zur Routine gehören; besonders betroffen sind Crew-Wechsel für Flüge in die USA über europäische Drehkreuze. Fluggesellschaften buchen Passagiere zwar kostenfrei um, doch die Sitzplatzverfügbarkeit ist angesichts der beginnenden Sommersaison knapp. Für Unternehmen mit Kurzzeitrotationen empfehlen Mobilitätsmanager: 1) mindestens vier Stunden Umsteigezeit, 2) Vorabübermittlung der Passagierdaten (Advance Passenger Information), um manuelle Kontrollen zu vermeiden, und 3) Schengen-Termine am Anfang statt am Ende von mehrstufigen Reisen zu planen, damit Reisende nicht bei der Abreise aufgehalten werden. Europäische Behörden betonen, dass die Abfertigungszeit pro Passagier unter eine Minute fallen wird, sobald die biometrische Datenbank vollständig ist. Der Airports Council International-Europe warnte jedoch letzte Woche, dass die durchschnittlichen Wartezeiten an 45 untersuchten Flughäfen bereits auf 3½ Stunden angestiegen sind und sich die Lage verschlechtert. Während die Smart-Gate-Technologie am Flughafen Dubai International registrierte Passagiere in unter 10 Sekunden abfertigt, zeigt die EES-Einführung deutlich, dass reibungsloses Reisen weiterhin von einer abgestimmten Politik abhängt. Solange Europa sein System nicht optimiert, planen Unternehmen aus den VAE für ihre Reisen 2026 zusätzliche Zwischenübernachtungen und damit verbundene Mehrkosten ein.
Quelle: Gulf News