
Ab dem 1. Juni 2026 um 00:00 Uhr lehnen finnische Grenzbeamte an allen Luft-, See- und Landübergängen russische Reisende mit älteren, maschinenlesbaren Pässen ohne elektronischen Chip ab. Diese Maßnahme, die das Außenministerium im März ankündigte und am Montag durch eine Kundeninformation des finnischen Migrationsamts (Migri) bestätigt wurde, soll die Dokumentensicherheit erhöhen und Finnland an die strengsten Schengen-Standards anpassen. Nach den neuen Regeln wird russischen Staatsbürgern mit einem nicht-biometrischen Pass die Einreise verweigert, sie können keinen Visumantrag bei einer finnischen Auslandsvertretung stellen und – besonders wichtig für Unternehmen – diesen Pass nicht mehr zur Unterstützung eines Aufenthaltsgenehmigungsantrags in Finnland verwenden. Migri hat Arbeitgeber angewiesen, sofort zu prüfen, ob russische Mitarbeiter oder Bewerber noch auf den älteren Pass setzen; falls ja, müssen sie vor Vertragsunterzeichnung oder Antragstellung einen chipgestützten Pass vorlegen. Es gibt eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2026. In dieser Zeit akzeptiert Finnland einen nicht-biometrischen Pass nur, wenn (a) er ein Schengen-Visum enthält, das vor dem 1. Juni 2026 ausgestellt wurde, (b) der Inhaber bereits eine vor diesem Datum ausgestellte finnische Aufenthaltserlaubnis besitzt, oder (c) das Außenministerium aus humanitären oder vergleichbaren Gründen eine individuelle Ausnahme genehmigt. Minderjährige unter 18 Jahren können ebenfalls ausgenommen werden. Finnische Unternehmen nahe der 1.340 Kilometer langen östlichen Landgrenze erwarten nur geringe wirtschaftliche Auswirkungen, da der Freizeitverkehr nach der Schließung der Grenzübergänge Ende 2023 stark eingebrochen ist. Größere Auswirkungen gibt es im Verwaltungsbereich: Personalabteilungen müssen bestehende Genehmigungsinhaber überprüfen, Passdaten im System Enter Finland aktualisieren und mehr Zeit für die Einarbeitung russischer Mitarbeiter einplanen, die sich erst neu dokumentieren müssen. Logistikunternehmen, die weiterhin Waren über den Hafen Helsinki transportieren, berichten, dass russische Fahrer bereits biometrische Dokumente besitzen, sodass der Warenverkehr normal weiterlaufen sollte. Für Mobility-Manager ist die wichtigste Erkenntnis, dass der Passchip in Finnland inzwischen eine verbindliche Compliance-Anforderung darstellt. Wird dies nicht berücksichtigt, können sich Entsendungen verzögern, Verlängerungen von Aufenthaltserlaubnissen ungültig werden oder zusätzliche Kosten entstehen, wenn Mitarbeiter während des Prozesses nach Russland zurückkehren müssen, um einen neuen Pass zu beantragen.