
Frühe Berichte vom 12. Juni zeigen, dass die Wartezeiten am Karawankentunnel auf der österreichischen A11-Verbindung nach Slowenien über eine Stunde betragen. Die Staus werden auf eine Kombination aus Ferienverkehrsspitzen, laufenden Bauarbeiten und den seit 2025 geltenden bilateralen Grenzkontrollen zurückgeführt. Für Österreich ist der Tunnel eine strategisch wichtige Verkehrsader: Im Sommer nutzen täglich mehr als 10.000 Lkw und 15.000 Pkw diese Strecke. Jede ungeplante Sperrung oder langsame Kontrollstelle erhöht die CO₂-Emissionen und verursacht für Spediteure geschätzte Kosten von 90 Euro pro Lkw durch Standzeiten. Der Branchenverband Zentralverband Spedition & Logistik warnt, dass die Verzögerungen die „Milk-Run“-Lieferketten zwischen den Automobilwerken in Graz und Maribor gefährden. Reisende sollten auch am Pfingstwochenende mit weiteren Staus rechnen. Mobilitätsplaner empfehlen Abfahrten vor 6 Uhr morgens, die Nutzung des Loiblpasses für leichte Fahrzeuge bei geeigneter Witterung oder die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Tauernbahn. Die digitale Vignettenpflicht gilt auf beiden Seiten des Tunnels weiterhin; jüngste Polizeikontrollen führten zu Bußgeldern von bis zu 300 Euro bei fehlender digitaler Maut. Die Lage verdeutlicht die wirtschaftlichen Folgen der verlängerten Schengen-Ausnahmen und hat die Forderungen der österreichischen Tourismusverbände nach einer beschleunigten Fertigstellung der zweiten Tunnelröhre, geplant für 2028, neu entfacht.
Quelle: Reisereporter
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