
Die niederländischsprachige Wirtschaftszeitung Business AM berichtete am 11. Juni spät, dass mehrere EU-Mitgliedstaaten, darunter Belgien, Italien und Österreich, die Gespräche mit Drittstaaten über die Einrichtung von Offshore-„Rückführungszentren“ für Migranten, denen in Europa kein Schutz gewährt wird, beschleunigen. Das Konzept – implizit in einem Anhang zum Migrationspakt befürwortet – soll Abschiebungen beschleunigen und den Druck auf Inlands-Haftanstalten verringern. Laut Regierungsquellen, die von der Zeitung zitiert werden, prüft Belgiens Bundesstaatssekretär für Asyl und Migration eine gemeinsame Einrichtung mit Spanien in Senegal, wobei bestehende Entwicklungsprojekte genutzt werden sollen. Der Vorschlag hat bereits eine Spaltung innerhalb der belgischen „Arizona“-Koalition ausgelöst: Die flämisch-nationalistische N-VA unterstützt die Idee, während die frankophone Grünen sie als „Auslagerung der Verantwortung“ kritisieren. Aus Sicht der globalen Mobilität bringen Offshore-Zentren eine weitere Unsicherheitsstufe in die Risikoabwägung für internationale Entsandte, deren Aufenthaltsstatus abläuft. Arbeitgeber müssen möglicherweise die Einhaltung der Vorschriften verstärken, um zu verhindern, dass Mitarbeiter unbeabsichtigt in Abschiebungsverfahren geraten, die eine Überstellung außerhalb Europas bis zur Klärung der Dokumente bedeuten könnten. Die Europäische Kommission betont, dass alle externen Bearbeitungsstellen den EU-Grundrechtsstandards entsprechen müssen, doch Details zu Rechtszuständigkeit, Kontrolle und Finanzierung sind bislang spärlich. Parlamentsanhörungen in Brüssel sind für den 18. Juni geplant, und Wirtschaftsverbände werden voraussichtlich Klarheit zu Zeitplänen und Kostenverteilung fordern.
Quelle: Business AM
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