
Anlässlich des Treffens der G7-Staats- und Regierungschefs in Évian (15.–17. Juni) hat die Schweiz die Schengen-Binnengrenzkontrollen zu Frankreich wieder eingeführt und wird im Kanton Genf von 12. bis 18. Juni Dutzende kleinere Grenzübergänge schließen. Ein gemeinsames Briefing von fedpol, FOCBS und der Kantonspolizei am 11. Juni erläuterte die Maßnahmen, zu denen der Einsatz von 4.000 Soldaten und Frontex-Experten am Flughafen Genf gehört. Während dieser Zeit bleiben nur die Hauptübergänge wie Bardonnex und Thônex-Vallard geöffnet, Reisende müssen mit Dokumentenkontrollen und möglicherweise langen Wartezeiten rechnen. Die Genfer Behörden raten Pendlern, von zu Hause aus zu arbeiten, mehr Zeit für Transfers zum Flughafen einzuplanen und die Hotline (0800 902 456) für Mobilitätsinformationen zu nutzen. Lastwagen aus dem Kanton Waadt werden auf alternative Zollstellen umgeleitet. Die Auswirkungen auf Geschäftsreisen sind erheblich: Multinationale Hauptsitze im Internationalen Viertel Genf müssen mit Lieferverzögerungen rechnen, grenzüberschreitende Mitarbeitende benötigen möglicherweise Bescheinigungen über ihre unverzichtbare Anwesenheit. Veranstalter und Umzugsfirmen sollten den Versand von Haushaltsgütern bis nach dem 19. Juni verschieben. Auch die Luftraumsicherheit wird verschärft, mit militärischer Durchsetzung temporärer Flugbeschränkungen. Geschäftsflüge nach Genf Cointrin benötigen eine vorherige diplomatische Genehmigung, Drohnenflüge sind verboten. Unternehmen, die VIP-Bewegungen planen, müssen sich mit ihren Sicherheitsdienstleistern abstimmen und sollten eine Umleitung über Zürich oder Basel in Betracht ziehen. Da die Schweiz 80 % der kantonalen Sicherheitskosten erstattet, sehen Beobachter in der Operation ein deutliches Signal der Bundesbehörden, die Schengen-Schutzklauseln einzusetzen. Mobilitätsmanager sollten diesen Fall als Referenz für zukünftige Veranstaltungen wie das Weltwirtschaftsforum 2027 in Davos archivieren.