
Die Botschaft Zyperns in Moskau hat die Visaanträge über den privaten Dienstleister BLS International eingestellt und russische Reisende angewiesen, ihre Anträge ab dem 15. Juni direkt bei den zypriotischen Konsulaten in Moskau, St. Petersburg, Jekaterinburg und Krasnodar einzureichen. Diplomaten erklärten, der Vertrag mit dem externen Dienstleister sei ausgelaufen, fügten jedoch hinzu, dass „bald eine neue Vereinbarung mit einem externen Serviceanbieter erwartet wird“. Bis dahin müssen Antragsteller Originale und Kopien der Dokumente persönlich und spätestens 15 Tage vor Reiseantritt vorlegen – was die Vorlaufzeiten für Reiseveranstalter und MICE-Organisatoren mit Fokus auf das östliche Mittelmeer effektiv verlängert. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund umfassenderer EU-Beschränkungen für russische Touristen: Mehrfacheinreise-Schengen-Visa für russische Staatsbürger wurden im November letzten Jahres eingeschränkt, und mehrere Mitgliedstaaten setzen sich für ein vollständiges Einreiseverbot ein. Zypern, stark abhängig vom Freizeittourismus, versucht, die EU-Solidarität mit dem Schutz seines Tourismussektors in Einklang zu bringen, der vor 2022 fast 800.000 russische Ankünfte pro Jahr verzeichnete. Firmenmobilitätsteams sollten ihre Verfahren für Einladungsschreiben aktualisieren und Mitarbeiter vor möglichen Engpässen bei Terminen warnen, insbesondere vor der Hochsaison im Juli und August. Reisende, die ihre Anträge vor dem 11. Juni bei BLS eingereicht haben, können ihre Pässe weiterhin dort abholen, alle neuen Anträge müssen jedoch über die Konsulate eingereicht werden.
Quelle: The Moscow Times