
Frische Daten des Tschechischen Statistischen Amtes (ČSÚ) vom 12. Juni zeigen, dass die Bevölkerung des Landes im ersten Quartal 2026 um 19.800 Personen schrumpfte und unter 10,9 Millionen fiel. Zwei Drittel des Rückgangs sind auf eine negative natürliche Bevölkerungsbilanz zurückzuführen, ein Drittel – 7.300 Personen – auf einen Nettoabwanderungssaldo. Das ČSÚ führt den Migrationsverlust vor allem auf das Auslaufen der temporären Schutzgenehmigungen für ukrainische Staatsangehörige aus den Jahren 2022 und 2023 zurück. Zwischen Januar und März meldeten sich 36.500 Personen offiziell ab und verließen die Tschechische Republik, während nur 29.200 Zuwanderer ankamen. Die größten positiven Nettozuzüge kamen von den Philippinen und der Slowakei (jeweils +900), was darauf hindeutet, dass Arbeitgeber ihre Rekrutierung über traditionelle Herkunftsländer hinaus diversifizieren. Für Fachkräfte im Bereich Mobilität und Talentakquise sind die Zahlen ambivalent: Ein schrumpfender Arbeitsmarkt könnte den Wettbewerb um Arbeitskräfte verschärfen, doch die Daten bestätigen auch, dass Tschechien für bestimmte Qualifikationssegmente attraktiv bleibt; vor allem männliche Migranten im Alter von 19 bis 22 Jahren machten den Großteil der Neuankömmlinge aus. Unternehmen, die auf ukrainische Mitarbeiter angewiesen sind, sollten sich auf weiteren Personalverlust einstellen, da immer mehr Personen eine Rückkehr in die Heimat oder einen Umzug in andere EU-Länder mit größeren Diasporanetzwerken erwägen. Politisch liefern die Zahlen Argumente für Minister, die in der bevorstehenden Überarbeitung der Programme zur Wirtschaftsmigration strengere Quoten fordern. Unternehmen, die ausländische Fachkräfte suchen, sollten ihre Kontingente im Rahmen des Programms für hochqualifizierte Arbeitskräfte sichern, bevor im Herbst mögliche Obergrenzen angepasst werden.
Quelle: Czech Statistical Office
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