
Eine Analyse von Le Monde, veröffentlicht am Abend des 11. Juni, beleuchtet neue INSEE-Prognosen, die zeigen, dass die Bevölkerung Frankreichs ab 2037 schrumpfen könnte, sofern die Nettozuwanderung nicht bei etwa 150.000 Menschen pro Jahr bleibt. Der Artikel argumentiert, dass bei einer Geburtenrate von 1,68 Kindern pro Frau und dem Ruhestand der Babyboomer-Zeit die Zuwanderung wirtschaftlich unverzichtbar wird – auch wenn sie politisch umstritten ist. In dem Beitrag zitierte Wirtschaftsverbände warnen, dass Arbeitskräftemangel in Bau, Gastgewerbe und Hightech-Industrie bereits die Pläne zur Reindustrialisierung gefährdet. Die öffentliche Förderbank Bpifrance warnt, dass ohne Migranten offene Stellen für Techniker das Wachstum von KMU bremsen werden. Die Debatte gewinnt an Brisanz, da Präsidentschaftskandidaten ihre anti-immigrantischen Botschaften verschärfen, gleichzeitig aber auch der EU-Pakt in Kraft tritt, der die Spannung zwischen wirtschaftlichem Bedarf und strengeren Asylverfahren verdeutlicht. Für Fachkräfte im Mobilitätsbereich ist die Botschaft klar: Die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs hängt davon ab, qualifizierte ausländische Talente anzuziehen, auch wenn die öffentliche Diskussion restriktiver wird. Unternehmen sollten daher die angekündigten Verordnungen von Arbeitsminister Jean-Pierre Farandou genau verfolgen, die die Arbeitserlaubnis für Mangelberufe vereinfachen sollen. Le Monde weist darauf hin, dass Deutschlands Erfahrung – seit den 1970er Jahren Migration zur Kompensation des demografischen Wandels zu nutzen – als warnendes Beispiel dient. Ob Frankreich eine ähnlich pragmatische Haltung einnehmen kann, wird ein zentrales Thema im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2027 sein.
Quelle: Le Monde
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