
Der Kanton Genf hat am 12. Juni die meisten seiner Landübergänge zur benachbarten Frankreich geschlossen und Barrieren sowie Drahtzäune errichtet, um sich auf den G7-Gipfel vom 15. bis 17. Juni in Évian-les-Bains, nur 30 km entfernt, vorzubereiten. Nur sieben wichtige Grenzübergänge bleiben rund um die Uhr geöffnet, alle mit verstärkten Identitäts- und Fahrzeugkontrollen durch den Schweizer Zoll und die Polizei. Die Zufahrtsautobahn A1 bei Meyrin-Bardonnex ist teilweise gesperrt, was den Güterverkehr zwingt, über den französischen Zoll in La Ferrière-sous-Jougne – 150 km nordöstlich – umzuleiten, was die Just-in-Time-Lieferketten um Stunden verlängert. Grenzgänger – täglich pendeln etwa 100.000 Menschen zwischen der Region Genf und Frankreich – werden aufgefordert, von zu Hause aus zu arbeiten. Die Fahrpläne des Léman Express wurden angepasst, die Züge müssen beim Grenzübertritt nach Frankreich langsamer fahren, um Stichprobenkontrollen durch gemeinsame Patrouillen zu ermöglichen. Die Schweizer Behörden betonen, dass die Maßnahmen vorübergehend und verhältnismäßig sind, und verweisen auf den G8-Gipfel 2003 in Évian, bei dem es zu gewaltsamen Protesten kam. Das französische Innenministerium hat gleichzeitig bis zum 19. Juni wieder interne Schengen-Kontrollen gemäß Artikel 25 des Schengener Grenzkodex eingeführt. Hotels im nahegelegenen Annemasse melden Stornierungsraten von bis zu 20 % bei Geschäftsreisenden, während Logistikunternehmen warnen, dass Exporte von medizinischen Geräten, die für französische Krankenhäuser wichtig sind, sich verzögern könnten. Mobilitätsmanager sollten Reisende darauf hinweisen, lieber Reisepässe statt Personalausweise mitzuführen und großzügige Zeitpuffer für Bodentransfers einzuplanen.
Quelle: SWI swissinfo.ch
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