
Mehr als 100 französische und belgische Polizeibeamte führten in der Nacht vom 11. auf den 12. Juni 2026 eine groß angelegte gemeinsame Operation mit dem Codenamen FUTURE entlang des Korridors De Panne-Tournai durch. Kontrollpunkte auf beiden Seiten der inneren Schengen-Grenze konzentrierten sich auf Menschenschmuggelrouten, Drogenhandel, Waffen und wandernde Kriminalität. Belgische Einheiten überprüften 707 Fahrzeuge und 447 Personen, erstatteten 13 Strafanzeigen wegen Drogenbesitzes, nahmen zwei Personen fest und verhängten 29 Bußgelder im Straßenverkehr. Fünf Führerscheine wurden wegen Drogen- oder Alkoholverstößen sofort entzogen, und ein nicht versichertes Fahrzeug wurde beschlagnahmt. Die Koordination von Einsatzleitung und Informationsaustausch erfolgte über das permanente Polizei- und Zollkooperationszentrum (CCPD) in Tournai, was den Wert des binationalen Echtzeit-Datenaustauschs unterstreicht. Obwohl FUTURE offiziell als Anti-Kriminalitätsaktion beschrieben wurde, diente sie auch als Belastungstest für die neuen Bestimmungen des EU-Migrationspakts zur grenzüberschreitenden Polizeizusammenarbeit und Rückführungen. Beamte des belgischen Einwanderungsamts waren eingebunden, um undokumentierte Migranten zu identifizieren, die nach der nationalen Umsetzung in beschleunigte Rückführungsverfahren überführt werden können. Für Pendler und Logistikunternehmen bedeuteten die Kontrollen auf der E40 und den Nebenstraßen vorübergehende Verzögerungen – ein Hinweis darauf, dass auch innerhalb Schengens punktuelle Kontrollen bei öffentlichen Sicherheitsbedenken zulässig bleiben. Unternehmen, die Personal oder Fracht zwischen Nordfrankreich und Flandern transportieren, sollten sporadische Stopps in ihre Fahrzeitplanung einbeziehen, insbesondere an Abenden, an denen ähnliche Aktionen angekündigt sind. Die im Rahmen der Operation gesammelten Informationen fließen in künftige „Hit-Day“-Einsätze ein. Mobilitätsmanager sollten daher sicherstellen, dass Fahrer stets doppelte Kopien von Einsatzaufträgen, Nachweise über Sozialversicherungsschutz und gegebenenfalls A1-Bescheinigungen mitführen, um administrative Verzögerungen bei späteren Stichprobenkontrollen zu vermeiden.
Quelle: Belgian Federal Police