
Die Trump-Administration hat ihre Prüfung der Rekordzahl unbegleiteter Minderjähriger, die im vergangenen Jahrzehnt die US-mexikanische Grenze überquerten, verschärft. Interne Unterlagen, die der Washington Post vorliegen, zeigen, dass Ermittler von Immigration and Customs Enforcement (ICE), dem Büro des Generalinspekteurs im Gesundheitsministerium (HHS) und dem Justizministerium in gemeinnützige Unterkünfte gingen, um Akten einzusehen und Mitarbeiter zu befragen. Behörden berichten, dass sie mehr als 15.000 sogenannte „Super-Sponsoren“ identifiziert haben – Erwachsene, die die Obhut über drei oder mehr nicht verwandte Kinder übernommen haben – und diese Fälle auf mögliche strafrechtliche Verfolgung prüfen. Die Untersuchung ist eine Folge des Versprechens der Regierung, jährlich eine Million Menschen abzuschieben, und markiert das erste Mal, dass Bundesstaatsanwälte von weitverbreitetem Betrug im Regierungsprogramm sprechen, das Migrantenkinder mit Verwandten oder Familienfreunden zusammenführt. Der amtierende Generalstaatsanwalt Todd Blanche erklärte gegenüber Reportern, dass bei der Sicherheit von Kindern „keine halben Sachen“ geduldet würden – eine Haltung, die von Einwanderungsrechtsgruppen als Vermischung von humanitärem Schutz und strafrechtlicher Verfolgung kritisiert wird. Rechtsexperten weisen darauf hin, dass das Bundesrecht verlangt, unbegleitete Minderjährige so schnell wie möglich in die am wenigsten restriktive Umgebung zu bringen, meist bei vom HHS geprüften Sponsoren. Maßnahmen gegen Sponsoren werfen komplexe verfassungsrechtliche Fragen zur Familienintegrität und zur rückwirkenden Kriminalisierung einer lang etablierten Praxis auf. Befürworter warnen zudem, dass aggressive Strafverfolgung Verwandte davon abhalten könnte, sich zu melden, was zu längeren Haftzeiten für die Kinder führen würde. Für Manager im Bereich globale Mobilität von Unternehmen verdeutlicht die Untersuchung, wie schnell sich die Prioritäten der US-Einwanderungsbehörden ändern können. Mitarbeiter, die sich als Kindersponsoren engagieren, für betroffene gemeinnützige Organisationen arbeiten oder für humanitäre Projekte in die USA reisen, könnten unerwarteten Überprüfungen oder Vorladungen ausgesetzt sein. Unternehmen sollten ihre Pro-Bono-Richtlinien überprüfen, Mitarbeiterschulungen zur Einwanderungsvertraulichkeit aktualisieren und rechtlichen Schutz für Mitarbeiter sicherstellen, die von Bundesermittlern kontaktiert werden. Letztlich könnte das Ergebnis der Untersuchung darüber entscheiden, ob das bewährte Sponsorenmodell erhalten bleibt oder die Regierung auf groß angelegte, staatlich betriebene Einrichtungen umsteuert, die das ohnehin schon belastete Unterkunftsnetz weiter strapazieren und neue Reputationsrisiken für Auftragnehmer und Spender mit sich bringen würden.
Quelle: The Washington Post
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