
Bewohner der abgelegenen Big-Bend-Region in Texas erhielten am 15. Juni neue Schreiben von der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP), in denen sie um Zugang zur Vermessung privater Flussufergrundstücke gebeten werden – mit der Warnung, dass eine Weigerung Enteignungsverfahren auslösen könnte. Laut dem Texas Tribune wurden inzwischen rund 400 Grundstückseigentümer kontaktiert, während die Trump-Administration die 2021 pausierten Verträge zum Mauerbau wieder aufnimmt. Big Bend ist der größte, aber am wenigsten frequentierte Grenzschutzsektor und machte im letzten Haushaltsjahr kaum 1 % der Migrantenkontakte aus. Kritiker argumentieren, dass das raue Gelände eine physische Barriere überflüssig macht und virtuelle Mauern oder bestehende Fahrzeugbarrieren ausreichen. Die CBP hingegen bezeichnet das Gebiet weiterhin als „Hochrisikokorridor für illegale Einreisen“ und rechtfertigt damit Umweltbefreiungen und beschleunigte Bauverfahren. Für die örtlichen Familien – viele mit Grundbucheinträgen, die bis zu fünf Generationen zurückreichen – stellt die Enteignung die größere Bedrohung dar. Angebote von nur 2.500 US-Dollar für Vermessungszugang haben rechtliche Beratungen und Diskussionen über zivilen Ungehorsam ausgelöst. Tourismusbetreiber befürchten, dass eine 9 Meter hohe Stahlmauer oder Sensoranlagen die Landschaft verschandeln und damit die Besucherzahlen von Wanderern und Flussfahrern beeinträchtigen, was die Outdoor-Freizeitwirtschaft im Wert von einer Milliarde US-Dollar gefährdet. Aus Sicht der Unternehmensmobilität könnte der erneute Mauerbau die grenzüberschreitenden Transportwege beeinträchtigen, die von Ölservicefirmen und Luft- und Raumfahrtzulieferern genutzt werden, um Teile zwischen Chihuahua und Westtexas zu bewegen. Die Bauvorbereitungen würden zudem die begrenzte Gastgewerbeinfrastruktur in Alpine und Presidio belasten und die Mitarbeiterpendel erschweren. Unternehmen mit im Ausland stationiertem Personal in der Region sollten die Zugangsbenachrichtigungen zu Grundstücken genau beobachten und sich auf verstärkte Proteste und Straßensperrungen einstellen. Der letzte Versuch von Kongressabgeordnetem Henry Cuellar, die Finanzierung der Mauer im Big Bend Nationalpark zu stoppen, scheiterte im Ausschuss, was darauf hindeutet, dass juristische Auseinandersetzungen – und nicht gesetzgeberische Maßnahmen – die Entscheidung bringen werden. Grundstückseigentümer koordinieren bereits Klagen wegen Verletzungen von Eigentumsrechten und Denkmalschutzgesetzen.
Quelle: The Texas Tribune
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