
Zum Abschluss eines fünftägigen Staatsbesuchs, der am 19. Juni endete, enthüllten Myanmars Führer Min Aung Hlaing und Chinas Präsident Xi Jinping ein umfassendes Kooperationspaket, das den China-Myanmar-Wirtschaftskorridor (CMEC) von der Planung zur Realität machen soll. Die gemeinsame Erklärung legt den Schwerpunkt auf grenzüberschreitende Bahn-, Straßen- und Hafenverbindungen – darunter ein lang erwarteter Schnellzug zwischen Kunming und Mandalay – und verspricht zudem eine intensivere Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden zur Bekämpfung von Telekommunikationsbetrug und anderen grenzüberschreitenden Verbrechen. Für Mobilitätsakteure ist die wichtigste Botschaft Pekings die Zusage, „legitime Reisen zu erleichtern“, sobald die Infrastruktur des Korridors steht. Beamte deuteten eine schrittweise Einführung einer elektronischen Reisegenehmigung (ETA) für Geschäftsreisende an, ähnlich dem Modell der China-Laos-Eisenbahn. In Kombination mit Myanmars Plan, eine One-Stop-Zollplattform an den Grenzübergängen Muse–Ruili und im Hafen von Kyaukphyu einzurichten, könnten diese Maßnahmen die Liegezeiten von Fracht um bis zu 40 Prozent verkürzen und den Papierkram für Fahrer an der Grenze halbieren. Sicherheit stand ebenfalls ganz oben auf der Agenda. Beide Seiten befürworteten die Gründung einer internationalen Allianz gegen Telekommunikations- und Cyberbetrug – ein wachsendes Hindernis für ausländische Investitionen in Nordmyanmar. Für Unternehmen, die Mitarbeiter in Grenzregionen entsenden, sollten strengere Kontrollen und ein gemeinsamer Informationsaustausch zu verlässlicheren Risikoanalysen und günstigeren Versicherungsprämien führen. Strategisch stärkt der CMEC Chinas Zugang zum Indischen Ozean und bietet Myanmar Infrastrukturfinanzierungen, die über das hinausgehen, was westliche Geldgeber derzeit bereitstellen. Für Planer von Lieferketten in Südostasien könnte eine funktionierende Landverbindung die Abhängigkeit von den stark frequentierten Schifffahrtsrouten durch die Straße von Malakka verringern und die Nutzung thailändischer Häfen reduzieren. Das Abkommen befindet sich noch in der politischen Planungsphase, doch die eindeutige politische Unterstützung auf Präsidentenebene deutet darauf hin, dass Mobilitäts- und Sicherheitsmaßnahmen innerhalb von 18 Monaten umgesetzt werden könnten – ein Zeitrahmen, den multinationale Unternehmen bei ihrer regionalen Expansionsplanung genau im Blick behalten sollten.
Quelle: CGTN / PR Newswire